Mit KI gegen die Klimakrise: Eine gute Idee? Das fragt Anna in einem neuen Podcast

Wie abstrakt bitte klingt Künstliche Intelligenz? Gefühlt nach irgendwo zwischen Science Fiction, Fortschritt und Zukunftsangst. Und faktisch ist sie natürlich längst da, die KI, die unter anderem jedes Mal dann zum Einsatz kommt, wenn wir zum Handy entsperren die Gesichtserkennung nutzen. Klar, dass auch im Bereich Klimaschutz Lösungen erforscht und vorangetrieben werden. Welche das sein können, wo bestimmte Technologie schon Verbesserungen bringen, welche Risiken es gibt – und an welchen Stellen wir unbedingt kritisch sein sollten, darüber spricht Anna in Staffel zwei der Podcast-Produktion „Future Changers – der Podcast für nachhaltige Innovation“ in Zusammenarbeit mit der Hamburger Körber-Stiftung mit sechs Expert*innen.

„KI kann für Greenwashing hinhalten“, erklärt beispielsweise die Climate Change AI-Co-Gründerin Dr. Lynn Kaack von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich in Folge eins der neuen Staffel. „Es klingt einfach total gut zu sagen, man benutzt KI für grüne Dinge.“ Was die Klimabilanz angeht, steht vor allem der hohe CO2 Verbrauch in der Kritik. Zu Recht, wie wir in Folge zwei hören: „Ein künstliches neuronales Netzwerk zur Spracherkennung verursacht während einer Trainingsperiode 0,65 Tonnen CO2, das ist ungefähr so viel wie ein Flug von Berlin nach Madrid und zurück“, erklärt Hendrik Zimmermann von Germanwatch. „Was wir brauchen ist Forschung dazu, wann sich der Einsatz von künstlicher Intelligenz rechnet und wirklich Co2 eingespart wird.“

Hendriks ist nicht die einzige Forderung oder Anforderung, die die Expert*innen an ihr Forschungsfeld im Speziellen oder KI in Zusammenhang mit Klimaschutz stellen. Sie alle haben in den Bereichen Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Energiewende, Mobilität und Wälder Visionen, die sie im Podcast teilen und so erklären, dass das gesamte Feld KI am Ende entmytifiziert werden kann.

Genau das war der Plan: „Ich glaube, dass das ganze Thema immer weniger abstrakt wird, je konkreter die Fragen sind, die mit KI bearbeitet werden können“, sagt „Future Changers“-Initiatorin Lisa Schachner von der Körber-Stiftung, die den Podcast erfunden und produziert hat. „Ich persönlich bin ganz auf der Linie ‚Fight every crisis‘. Und dafür braucht es an vielen Fronten vor allem Wissen und Verständnis, um  Handlungsbedarf zu erkennen.“ Lisas größtes Learning der Staffel: „Die Tatsache, dass überhaupt erst mal die richtigen Menschen mit der richtigen Expertise zusammen kommen müssen, damit sinnvolle Lösungen entstehen“, sagt sie. „Denn was KI sicherlich nicht kann, ist den interdisziplinären Austausch fördern.“

Und genau das lässt sich auch als eine Quintessenz der Gespräche zusammenfassen. In die unterschiedlichsten Richtungen reicht dieser Austausch wohl in der Arbeit von David Dao, Gründer und Entwickler von GainForest, einer NPO, die mit KI der Rodung von (Regen-)Wäldern entgegenwirkt. Wie enorm der Impact seiner Arbeit ist, die ihn unter anderem in den Amazonas führt – von wo aus er auch seine Podcast-Folge aufnahm, davon erzählt er in Folge drei, die mich persönlich unter all den schönen Interviews mit all den klugen, aufgeschlossenen und engagierten Protagonist*innen der Staffel besonders berührt hat.

Weitere handfeste Beispiele für sinnvolle, zukunftsweisenden Einsatz der Forschung und Technik, hört Ihr in insgesamt sechs Folgen ab sofort jeden zweiten Dienstag überall, wo’s Podcasts gibt. Wer sich neben KI auch für Bioökonomie interessiert, findet sechs weitere Interviews dazu in Staffel eins von „Future Changers“. Und auch eine Fortsetzung ist schon in Planung. „Auf jeden Fall wird es eine weitere Staffel geben“, verrät Produzentin Lisa. „Etwas zum Thema Ernährung oder designten Lebensmitteln würde ich super spannend finden.“ Same!

Dieser Artikel erscheint aus Überzeugung – und mit freundlicher Unterstützung der Körber-Stiftung

Fotos: Benjamin Kisliug (Stefan Stiene), alle anderen privat

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