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Müll im Paradies – so funktioniert Umwelterziehung auf Ibiza

Die Mittelmeer Insel ist berühmt und berüchtigt nicht nur für die wilde Partyszene, sondern auch für das klare Wasser und traumhafte Strände. Gerade im Winter, wenn die Strände verlassen sind sieht man jedoch die Auswirkungen unseres Plastikkonsums auch auf Ibiza deutlich. Alles voller Plastikmüll, eine handvoll Sand, auf einmal voller bunter Mikroplastik Partikel. Wer einmal seine „Müllblindheit” abgelegt hat, geht nicht mehr ohne grosse Tüte an den Strand um zumindest einen Teil mitzunehmen und richtig zu entsorgen. Letzten Sommer wurde eine Meeresschildkröte aufgegriffen und versorgt, der ein Ohrputzstäbchen quer im Rachen steckte.

Die Naturschutzorganisation For The Planet / Proartso: The Nature Project organisiert regelmässig Beach Clean Ups um die Strände sauber zu halten. Im Sommer dienen sie auch dazu die Touristen auf das aufmerksam zu machen, was unter ihnen im Sand geschieht. Einige schliessen sich dann oft spontan an und staunen,  wieviele Zigarettenstummel im Sand vergraben sind. Schön zu sehen ist, wenn Kinder mit dabei sind. Je früher wir lernen auf die Umwelt zu achten, desto tiefer greift das Umweltbewusstsein und wird ganz natürlich beibehalten.

Umwelterziehung ist, nach wie vor, kein Fach in der Schule. Also hat Proartso / For The Planet ein Program entwickelt und bietet es privaten und öffentlichen Schulen fúr Kinder zwischen 8 und 12 Jahren, auf Ibiza an. Die selbstverständliche Präsenz des Meeres, mit der die Kinder hier aufwachsen, bedeutet nicht, dass ihnen die Brisanz des Zustandes des Meeres bewusst ist. Um das zu ändern besteht das Program aus mehreren Schritten, zuerst gehen sie in die Schule und regen die Kinder durch Fragen dazu an über ihr Konsumverhalten und den daraus entstehenden Plastikmüll nachzudenken. Sie reflektieren, was sie am Strand alles finden können, neben Muscheln und Sand, eben auch sehr viel Müll.

Um dies selbst zu erfahren, wird mit den Kindern ein Beach Clean Up organisiert. Voller Enthusiasmus sind sie mit dabei, sammeln auf, lernen es richtig zu trennen und entsorgen den Müll ordnungsgemäss. Besondere Fundstücke und was nicht zurück in das recycling System gegeben werden kann, werden mit genommen. Daraus bauen die Künstler der Organisation mit den Kindern  Skulpturen, Kostüme oder Musikinstrumente. So können sie am Ende aus dem Müll etwas schönes, kreatives, entstehen lassen und ihm wieder einen Wert geben. Zum Schluss dürfen die Kinder das Gelernte und hergestellte in der Schule präsentieren, geben die Eindrücke an ihre MitschülerInnen weiter.

Durch Kunst und direkte Aktionen wird aufmerksam gemacht und angeregt selbst etwas verändern zu wollen. Dazu dient auch die Geschichte vom Seepferdmädchen Kio, dass sich auf macht eine Lösung für den vermüllten Zustand des Meeres zu suchen. Das Buch wird auf Ibiza in Schulen gelesen und man kann das Theaterspiel dazu buchen. Geplant ist auch eine Deutschlandtour um diese schöne Geschichte mit gekonnten Illustrationen weiter zu verbreiten damit dieses wichtige Thema mehr Kindern näher gebracht werden kann.

Durch Spass, anregende Gedanken, Aktion und Kreativität, gestalten wir die neue Generation von Umweltheldinnen und Helden. Denn sie sind diejenigen die weiter am Wandel der Welt arbeiten werden, es ist wichtig, sie gut darauf vorzubereiten. Denn der grösste Traum wäre es, auch nach dem heftigsten Wintersturm, keinen Plastikmüll mehr am Strand zu finden, nicht das Gefühl haben zu müssen sich in einem Aschenbecher zu sonnen und zu wissen, dass Schildkröten, Seepferdchen und alle anderen Meeresbewohner wieder sicher vor dem Tod an Plastik sind.

VIELEN DANK FÜR DIESEN COMMUNITY-TEXT AN SOPHIA BRUCKLACHER

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