Eigentlich ist es keine große News. Seit Jahren wird immer wieder festgestellt, dass die Nitratwerte in unserem Grundwasser (ja, das ist das, was später aus unseren Wasserhähnen kommt) in vielen Teilen des Landes weit überschritten werden. Das liegt vor allem an der ungebremsten Lust auf Fleisch – und der damit verbundenen immer intensiver werdenden Massentierhaltung. Da die viele Gülle, die dabei entsteht, am Ende auch irgendwo hin muss, werden viele unserer Felder mehr gedüngt, als ihnen eigentlich gut tut. Davon gehen nicht nur die Böden kaputt. Der Stickstoff sickert noch weiter durch bis ins Grundwasser und verunreinigt dieses mit Nitrat (das ist die Verbindung von Stickstoff und Sauerstoff). Unter Umständen kann dies für den Menschen gefährlich werden und wird deswegen eigentlich von den Wasserversorgern herausgefiltert.

Da die Nitratwerte bei uns schon seit Jahren dauerhaft so hoch sind, dass letztes Jahr sogar die EU auf die Idee kam, Deutschland deswegen zu verklagen, müssen die Wasserversorger in Zukunft zu härteren Mitteln greifen und aufrüsten. Und das wird wohl teuer für uns. Wie das Umweltbundesamt gerade in einem ausführlichen Bericht aufzeigt, könnten unsere Wasserpreise daher bald um 32 bis 45 Prozent steigen.

Was können wir also tun? Der einfachste Weg wäre weniger Fleisch zu essen. Es muss ja nicht gleich jeder Vegetarier oder Veganer werden. Aber schon, wenn alle nur jeden zweiten Tag Fleisch essen würden, bräuchten wir nur die Hälfte an Tieren in unseren Ställen. Das bedeutet nicht nur weniger Gülle auf unseren Feldern, sondern vor allem auch weniger CO2 in der Luft. Darüber hinaus empfehlen wir einen Umstieg auf Bio-Lebensmittel. Bei deren Produktion ist zwar auch nicht immer alles perfekt, aber zumindest unterstützt man mit Bio-Produkten Betriebe, die einen alternativen Ansatz an die Produktion unserer Lebensmittel haben und keine Kunstdünger und Pestizide verwenden. Das ist nicht nur gesünder für die Tiere und die Umwelt, sondern eben auch für uns Menschen.

Immerhin hat nun auch die Politik reagiert und ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, welches strengere Obergrenzen für das Düngen vorsieht. Ob dieses Gesetz ausreicht, werden wir wohl bald an unseren Wasserpreisen sehen.

FOTO: Marcus Werner

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