Hands up für eins von Hamburgs hottesten Hybridunternehmen: Lemonaid und ChariTea. Mit Top-Produkten, Top-Designs und dem Motto „Trink‘ Gutes und rede drüber“ haben die drei Macher der beiden Marken ihre Brands innerhalb der vergangenen acht Jahre von der ersten Idee in der WG-Küche fast schon zum Standard in coolen Cafés und Großstadt-Clubs gemacht – und gleichzeitig fairen Handel und mit dem „Lemonaid & ChariTea e.V.“ auch diverse eigene Projekte weltweit unterstützt.

Im Produktbereich waren wir bisher vor allem Fans der gesammelten Recyclingtools und -Ideen für die schlichten kleinen Glasflaschen, die sich die Brands selbst, die adoreable Ghostbastlers oder die Kunden immer wieder einfallen lassen. Ende 2016 wurde dann erstmals die Produktpalette in eine neue Richtung entwickelt. Neben den Limos und Eistees gibt’s jetzt auch 18 fairtrade Bio-Beuteltee-Sorten – darunter neu interpretierte Klassiker wie African Earl Grey und Green Himalaya, Kräutertees wie Green Rooibos und Arabian Mint und Functional Teas wie Good Night oder Detox. Von jeder verkauften Packung fließen 10 Cent in Sozialprojekte in den Anbauregionen. We like! Außerdem ist jede Geschmacksrichtung, die wir bisher probiert haben, echt lecker.

Grund genug für einen Teatime-Talk über Iststand und Zukunft mit ChariTea-Contentchef Ole Ekhoff:

02_03_ChariTea_Sortiment_Premiumbeutel

Lieber Ole, die Beuteltees, die wir bisher probiert haben schmecken super und die Verpackungen sehen, wie immer bei Euch, auch ziemlich gut aus – drinnen sind dann relativ klassische Teebeutel. Sind die eigentlich ok für die Umwelt?

Ja, unsere Teebeutel sind biologisch abbaubar. Wir arbeiten übrigens gerade auch an einer losen Variante ganz ohne Beutel. Hier gibt es unterschiedlich umweltfreundliche Verpackungen – und wir wollen natürlich so wenig Müll wie möglich produzieren.

Warum habt ihr bei ChariTea vor acht Jahren mit der Flasche angefangen – und nicht gleich mit dem vermeintlich näherliegenden Klassiker Beuteltee?

Die Idee hinter Lemonaid und ChariTea ist ja, als Social Business soziale Projekte nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe zu finanzieren. Das Geld dafür sollte der Verkauf eines richtig guten Produkts einbringen – dass auch ohne den sozialen Zweck dahinter überzeugen würde. Bei Softdrinks hatten wir uns schon lange gefragt, warum es fast nur künstliches Zuckerwasser mit schlechtem Design auf dem Markt gab. Unsere Bio-Limos und -Eistees aus fairem Handel waren der logische erste Schritt. Und nach einer Weile haben wir uns dann überlegt, wie wir die „Trinken hilft“-Idee noch weiter voran bringen könnten…

… mit Tee zum Aufgießen zum Beispiel.

Genau. Die Idee lag auf der Hand, weil wir schon seit Jahren regelmäßig in die wichtigsten Anbauregionen reisen, um die besten und fairsten Tees für unsere Drinks zu finden – und auch um die Sozialprojekte zu besuchen, die wir jeweils vor Ort unterstützen. Hierbei haben wir auch erfahren, wie unterschiedlich und facettenreich die Teekulturen dieser Welt sind. Ein Grund mehr, um zu sagen: Lasst es uns machen!

Lemonaid_press_01

Facetten zeigt Ihr mit den 18 neuen Sorten sicher! Darüber hinaus sprichst du von den fairsten Tees. Was macht ChariTea denn noch fairer als fair?

Alle unsere Tees sind Bio- und Fairtrade-zertifiziert. Aber wir verlassen uns nicht allein auf Siegel. Wir wollen mit eigenen Augen sehen, wie die Rohwaren angebaut werden und welche die konkreten Herausforderungen und Bedürfnisse der Menschen vor Ort sind. Und dann sprechen wir mit ihnen darüber, wo noch Unterstützung über die Fairtrade-Prämien hinaus sinnvoll ist.

Klingt sinnvoll. Die VIERTEL \ VOR-These ist ja, dass Transparenz eigentlich noch besser ist als Siegel. Seht ihr das ähnlich?

Auf jeden Fall. Wir finden Siegel aber trotzdem sinnvoll – für die schnelle Kaufentscheidung im Café oder im Laden können sie auch in kurzer Zeit wichtige Orientierung geben.

Wie schafft ihr selbst Transparenz über eure Zertifizierungen hinaus?

Von unseren Reisen in die Anbauregionen bringen wir neben unseren eigenen Erlebnissen, von denen wir gerne berichten, auch Fotoreportagen und Projektfilme mit, die wir auf unserer Homepage, Facebook und Instagram verbreiten.

Habt ihr das Gefühl, dass eure Kunden aktiv wissen möchten, wohin genau das Geld, das ihr für Projekte einsetzt, fließt?

Ja, das merken wir jeden Tag. Es gibt immer mehr Menschen, die sich vor allem im Internet ausführlicher über die Auswirkungen ihrer Lebensmittel und auch ihrer Kleidung und Co. auf Mensch und Umwelt informieren. Das freut uns sehr. Ich hoffe, es werden sich in Zukunft noch viel mehr Leute damit auseinandersetzen, welche Folgen – gut und schlechte – ihr Konsum hat.

Und das spürt Ihr auch an der Nachfrage?

Ja, die Nachfrage nach Bio und Fairtrade steigt. Das zeigen Statistiken und das merken wir auch am Beispiel unseres kleinen „Saftladens“. Was vor ein paar Jahren als kleines Projekt von drei Freunden in Jakobs WG-Küche gestartet ist, hat bis Ende 2016 schon über 1,2 Millionen Euro für Sozialprojekte erwirtschaftet. Ein Erfolg, den wir uns damals sicher nicht vorstellen konnten. Die steigende Nachfrage zeigt sich aber auch im kleinen Café um die Ecke oder den Clubs der Metropolen, wo immer häufiger Bio- und Fairtrade-Drinks auf der Karte stehen.

02_04_ChariTea_Sammelbild

Hast du das Gefühl, das ihr Nachhaltigkeit und Fairness im Getränkebereich cool gemacht habt?

Es war zumindest ein Ziel von uns, auch Leute zu erreichen, die sich mit Nachhaltigkeit und Fairtrade bisher weniger beschäftigt haben, als die schon bekehrte Reformhaus- und Weltladenklientel. Das geht in Clubs und auf Festivals, mit gutem Design und mit richtig lecker sicher besser als mit schlechtem Gewissen und Druck auf die Tränendrüse.

Ganz sicher! Und das Ziel habt ihr unseres Erachtens erreicht.

Das müssen andere beurteilen. Wir freuen uns auf jeden Fall immer wieder, wenn wir sehen, dass Leute ohne Wissen um die „Trinken hilft“-Idee zu unseren Drinks greifen und sich dann erst den Text auf der Flasche oder Packung durchlesen. Mit dem Ergebnis: Wow, das wusste ich gar nicht! So geht’s also auch.

Wir glauben: Nur so geht’s. Zumindest, wenn man die breite Masse erreichen möchte. Macht ihr das vor allem mit Fairness oder auch mit Bio?

Biologische Landwirtschaft ist uns genauso wichtig, wie fairer Handel. Wir sind überzeugt, dass Kleinbauernkooperativen statt Monokulturen nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Menschen vor Ort extrem wichtig sind. Wir unterstützen deshalb Projekte wie die ökologische Landwirtschaftsschule San Juan in Paraguay.

Was kommt für Euch als Nächstes?

Wir arbeiten weiter an neuen Upcycling-Ideen für unsere leeren Flaschen und Kisten. Ihr wollt auch neue Sorten? Schreibt uns auf unseren Social-Media-Kanälen, welche das Licht der Welt erblicken sollen. Wir fangen dann mal an zu mixen…

Und wir sind dann mal gespannt! Dank‘ Dir, lieber Ole. 

VIDEO:ChariTea FOTOS: ChariTea / Lea Aring / Anna Schunck

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*