Das Interesse am Green Me Festival, dass letztes Wochenende in Berlin stattgefunden hat, hätte ein wenig größer sein können. Vielleicht wollten die Berliner lieber draußen in der Sonne sitzen, vielleicht war das Festival für viele aber auch einfach ein bisschen zu unsichtbar. Mit fünf Festival-Stationen ( Lagos, Teheran, Cannes, LosAngeles und Berlin) hat sich die Orga-Seite wahrlich nicht wenig zugemutet und es bleibt zu befürchten, dass die Puste nicht mehr so richtig bis Berlin gereicht hat.

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Ob das Cinemaxx am Potsdamer Platz dabei die richtige Location für ein solches Festival ist, würden wir auch in Frage stellen. Von außen gab es keinerlei Anzeichen für ein Festival und innen hat sich das normale Blockbuster- mit dem grünen Programm vermischt. Das Festival durfte sich in drei Kinos in die rechte Ecke quetschen und die Stände von Greenpeace, Nabu und Co. standen teilweise im Gang herum. Das sah alles nicht sehr sexy aus und man hat sich schnell auf den Hauptgrund der Teilnahme konzentriert – das Filme gucken.

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Hier sind 130 Filme an den Start gegangen, von denen jedoch nur ein Teil gezeigt wurde. Mein persönlicher Favorit war der von Max Moor erzählte Film Zwischen Himmel und Eis , in dem Oskar-Preisträger Luc Jaquet die Geschichte des französischen Polarforschers Claude Lorius begleitet. Dieser hat schon als junger Mann unter extremsten Bedingungen das Eis erforscht hat. Ihm gelang es, erstmals die Klimageschichte unseres Planeten bis 800.000 Jahre zurückzuverfolgen und eine bittere Wahrheit aufzudecken. Am Ende des emotionalen Films gab es sogar ein paar Tränen bei meinen Sitznachbarn.

Gewonnen haben jedoch zwei andere Filme: Passion for Planet und Carbon Crooks.

Passion for Planet

Passion for Planet schaut hinter die Kulissen der atemberaubenden Tierfilme ala Planet Earth und begleitet die Kameraleute, die sich den härtesten Strapazen aussetzen, um die besten Bilder zu bekommen. Warum sie dies tun und was sie bei ihrer jahrelangen Arbeit über die Natur und den Menschen gelernt haben, zeigt dieser emotionale Film eindrücklich.

The Carbon Crooks

The Carbon Crooks erzählt in vielen Interviews die Geschichte, eines eigentlich gut gemeinten Hebels: dem CO2 Emissionshandel. Was dieses Instrument ursprünglich bewirken sollte, was daraus geworden ist und was wir daraus für die Zukunft lernen können, ist in diesem Film genauso aufgearbeitet, wie die Komplexität der Lösung unseres Klimaproblems.

Wir sind gespannt, wie sich das GreenMe Festival weiterentwickelt. Noch nie gab es ein größeres Interesse an nachhaltigen Themen wie heute. Der Film ist dabei eines der wichtigsten Medien, um die Menschen zu sensibilisieren, zu informieren und schließlich auch dazu zu aktivieren, tatsächlich zu handeln. Wir wünschen dem Green Me Festival daher, dass es in Zukunft noch mehr Menschen in die Kinos zieht. Für alle anderen haben wir ja aber immer noch unsere Must Watch Kategorie, die Euch über viele aktuellen nachhaltigen Filme und Dokus auf dem Laufenden hält.

FOTOS: Marcus Werner

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