Nachhaltig, Green Lifestyle, Minimalismus; alles Trendwörter. Und alles Trends, die wir feiern. Alles Trends, die wir mitgehen – gerne auch mal in Nike-Trainers oder in einem Mantel von H&M. Warum sich diese Tatsache super mit dem Slow-Fashion-Gedanken vereinen lässt? Weil nichts slower ist, als weniger zu kaufen. In allen Lebensbereichen!

Unsere Challange: Wirklich bewusst werden, wirklich reduzieren. Und das heißt auch, zu nutzen, was man nun Mal schon hat. Auch, wenn es zu unserem immer umweltbewussteren und zugleich immer öffentlicher werdenden Lebensstil doch so gut passen würde, ausschließlich nachhaltige Brands und Fair Fashion zu tragen. Schließlich sind wir davon überzeugt! Und schließlich wollen wir, wie so viele Menschen, gerade mit unserer Kleidung auch zeigen, wer wir sind. Wir wollen ein Statement setzen. Doch wenn wir das jetzt mit lauter neuen Fairfashion-Teilen tun, dann würden wir genau das machen, was wir seit VIERTEL \ VOR eigentlich hinterfragen und unterbinden wollen: Konsumieren, was gerade angesagt ist. Nur mit einem besseren Gewissen.

Oldie But Goldie: Diesen Herbst trag‘ ich meine alte Garderobe auf – wahrscheinlich auch noch nächsten…

Was aber generell immer ein schlechtes Gewissen machen sollte, ist, Stuff zu kaufen, den man nicht wirklich braucht, den man selten trägt und der auch, und gerade wenn er fair oder eco ist, aufwendig produziert werden muss. Denn das geht selbst im besten Fall nicht ohne allerlei Ressourcen. Deshalb halten wir uns zurück. Auch wenn’s schwerfällt. Und tragen erst mal das auf, was wir schon haben. Auch wenn wir hinter dem Gesamtkonzept der Brands in unseren Prä-Green-Lifestyle-Schränken mittlerweile absolut nicht mehr stehen können. Und auch wenn wir uns immer Mal wieder dabei erwischen, wie wir uns ein bisschen für unsere Fashion aus fasteren Zeiten schämen. Diese aber weg zu werfen oder auch nur weg zu geben, um sich dann neu einzudecken, ist gegenüber der Billiglohnnäherin, dem schon verschmutzen Grundwasser oder der längst verballerten Fossil-Energie etwa genauso respektlos, wie ein Tier zu schlachten, das dann nicht mal ganz gegessen wird.

Unser Appell an alle heißt also wieder Mal weniger ist mehr. Vor allem in der Mode. Und auch in Bezug auf nachhaltig oder umweltbewusst hergestellte Kleidung. Glaubt uns, wir kennen die Verlockung, wir stehen auf die Designs. Und gleichzeitig können wir sicher sagen, wer öfter verzichtet, der gewinnt: an Bewusstsein, an Wertschätzung, an Kohle für ein ganz gezieltes, gut produziertes Lieblingsteil und auch an Übersicht im Kleiderschrank. Und infolge dessen vielleicht sogar einen noch straighteren, besseren Look.

 

FOTOS: Marcus Werner

7 Kommentare

  1. Ach, ich kann euch so verstehen! Es hat ne Weile gebraucht bis ich es wieder ok fand, mich in meinen einmal geliebten Fastfashion-Marken-Teilen sehen zu lassen. Aber was solls? Dieser Wintermantel von X wärmt eben noch und sieht nicht übel aus und die Businessschuhe von Y kamen in der Vergangenheit selten zum Einsatz und tuen es auch jetzt noch. Auf dem Blog inspirieren wir aber dennoch gern. Denn irgendwann braucht jedes Teil einen Nachfolger – und dann bitte fair produziert. xo

    • Ja, unbedingt! Und diese Inspiration ist auch super-, super-schön und vor allem wichtig. Wie gesagt: Am liebsten würden wir – würde ich – gleich eine ganze Schrankladung voller toller Fair-/Eco-Fashionpieces kaufen. Wichtig ist glaub‘ nur, dass man auch bei den guten Sachen gut auswählt. Und bestenfalls Qualität UND Quantität verändert. Ich finde es schön, dass wir kind of gemeinsam daran arbeiten und bestenfalls dazu inspirieren! xoxo

  2. Oh ihr Lieben, ich kann das auch so gut verstehen! Und mir ist letztens aufgefallen, dass ich meine (mittlerweile halt auch schon minimum 4 Jahre alten) Fast Fashion Sachen bis dato gar nicht auf dem Blog gezeigt hatte. Und die Sachen zwar noch oft getragen, aber mich auch immer ein bisschen schlecht gefühlt habe mit dem alten, „bösen“ Zeug.
    Das hat bei mir echt ne Weile gedauert, aber jetzt hab‘ ich sie wieder lieb: http://bit.ly/2ckVXcV
    Und finde es fantastisch, dass ihr all den Fair Fashion Schönheiten erstmal widersteht! <3

  3. Super, dass ihr dieses Thema auch mal aufgreift. Dieses „schlechte Gewissen“, weil man eben noch Fast Fashion trägt, kenne ich auch sehr gut. Dabei ist es so unnötig! Man sollte schließlich nicht immer nur kaufen um des Kaufens willen. Da ist es doch viel nachhaltiger, auch mal alte Sachen aufzutragen 😉 Danke für den Artikel!

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

  4. Das ist SO wahr! Ich konsumiere seit Anfang 2014 nur noch bewusst und kaufe nur dann was ein, wenn ich’s wirklich benötige (und dann fair, is klar!) und ich kann euch sagen, das macht ja so unfassbar frei! Und yes, in meinem Schrank hängt noch genug Fast-Fashion-Shit, auf den ich mit Sicherheit nicht stolz bin, aber ich muss sagen, ich finde den Ansatz besser und konsequenter das Zeug abzutragen, anstatt den gleichen Konsumstil beizubehalten, nur dann halt in grün. Und yes, die Verlockung auch hier, aber der Look wird tatsächlich straighter, weil einfach langlebiger und vorallem: mehr, weil weniger.

  5. Super Post! Das regt einen echt zum Nachdenken an. Wenn man genau drüber nachdenkt bin ich total deiner Meinung, man muss sich trotzdem erstmal überwinden… Seid 3 Jahren kaufe ich sogutwie nur noch second had oder fair und bin immer stolz wenn ich nur aus den Sachen ein Outfit zusammenstellen kann. Aber dennoch, was man von früher in seinem Schrank vergraben hat, ganz ganz tief hinten, ist eigentlich auch noch gut. Also nichts wie raus damit und wieder freudig tragen 🙂
    Zum Thema second hand: viele können sich, gerade als Studenten nicht immer fair-fashion leisten, also greife ich zu second hand. Meiner Meinung nach eine tolle Alternative, da so echt null Ressourcen verschwendet werden. Wie steht ihr dazu?
    Wer noch nicht den Schritt zum echten second hand Vintage style gewagt hat, findet auf meinem Blog vielleicht etwas Ermunterung 🙂 easypeasy-vintage.blogspot.be
    Ganz Liiebe Grüße <3

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