Sobald Oliver Kahn irgendwo auftaucht, ist das für uns normalerweise ein Grund reflexhaft nach der Fernbedienung zu suchen, um bestenfalls den Ausschaltknopf zu treffen. Wem ist eigentlich jemals eingefallen diesen Ex-Torhüter als Testimonial für irgendwas einzusetzen, ohne mit sofortigen Verkaufsrückgängen zu rechnen? So hat es bei uns auch einige Zeit gebraucht, um zu checken, was uns Oli in seiner derzeitigen Kampagne schon wieder andrehen will.

Werbestopper heißt die und der Herr verspricht uns ab jetzt den Kasten sauber zu halten. HaHa – witzig. Nachdem er bereits das Werbegesicht für Wiesenhof, Tipico, Paulaner oder sonst was war, ist sein Engagement für den Umweltschutz nun in etwa so ernstzunehmen, wie seine Rückkehr ins Bayern-Tor.
Und trotzdem macht die Kampagne, wenn man es schafft Oli Kahn auszublenden, auf dem zweiten Blick Sinn. Schließlich werden in Deutschland pro Jahr Zwei Milliarden Kilogramm Werbepapiermüll aus den Briefkästen, meist ungelesen, direkt weggeschmissen. Das entspricht der Rodung von knapp 5 Millionen Bäumen, dem Verbrauch von circa 8 Milliarden Liter Wasser und dem Ausstoß von 1,8 Millionen Tonnen CO2. Now we talking.

Werbestopper ist dabei nicht nur für den Verbraucher von Vorteil, sondern auch für die werbenden Unternehmen. Schließlich kostet die Produktion von Werbemitteln viel Geld und deren Zustellung erfolgt meistens planlos und ungerichtet. Digital geht das unter Umständen besser. Hier dürfte wohl auch der Haken liegen. Schließlich muss man sich für die Abbestellung der Printwerbung mit seiner E-Mail-Adresse anmelden: „Unsere Nutzer können sich heute schon für die alternative Zustellung von Werbung per Email anmelden – wir arbeiten parallel an Lösungen, die Industrie auf dem Weg hin zur digitalen Zustellung zu unterstützen,“ so Christian Geltenpoth, CEO der hinter der Kampagne stehenden GDVI. Uns stellt sich daher die Frage ob Oli Kahn auch unsere digitalen Briefkästen sauber hält? Allerdings sind wir ja nicht digital naiv sondern native und dürften für solche Fälle die ein oder andere (Spam-) Adresse parat haben.

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