Bei H&M hat es ähnliche Aktionen schon gegeben – aktuell zieht unter anderem das Tochterhaus & Other Stories nach: Die Modeketten rufen ihre Kunden und Kundinnen dazu auf, alte Kleidung gegen einen Rabattgutschein und zum Recycling zurück in die Stores zu bringen. Klingt erst mal ganz gut, geht aber viel besser. Bevor wir unsere alten Klamotten also großen Ketten zur Verfügung stellen – die davon nur einen kleinen Teil zu neuen Kleidern, einen großen aber meist zu anderen Produkten wie Dämmmaterial und Putzlappen machen, und wieder einen anderen als Vintage-Ware ins Ausland geben – fallen uns spontan diese Alternativ-Tipps ein. Here we go:

1. Teile Tauschen: Bringt Spaß und neue Outfit-Ideen

Es muss ja nicht immer ein groß angelegter Swap Market sein, aber mal ganz ehrlich: Jedes Mädchen und fast jeder Typ hat ein paar Sachen rum liegen, die für sie oder ihn gerade nicht mehr richtig funktionieren – für andere aber echte Objekte der Begierde sind. Sprecht Eure Freunde einfach darauf an. Die meisten sind erfahrungsgemäß ziemlich dankbar. Und so ein Tauschgeschäft im Freundeskreis entwickelt sich oft ganz von allein zu einem kleinen Event. Ganz sicher gehen beide Seiten nicht nur mit „neuen“ Teilen, sondern auch mit neuen Styles und Outfitideen nach Hause.

2. Weiter verkaufen: Bringt Geld, dass wir ausgeben können, wo wir wollen

Ganz schön schlau, wie uns die großen Ketten als Dank für die ausgetragenen Kleider mit 10 oder 20 Prozent Rabatt auf ihr Angebot weiter an sich binden wollen. Aber wollen wir das auch? Unsere Antwort: nein. Wir suchen uns gern selbst aus, wo wir unsere Kohle investieren wollen. Deshalb holen wir sie uns auch lieber unabhängig: auf dem Flohmarkt. Das ist lukrativ und macht Spaß! Wer besonders hochwertige oder sogar Designerteile abzugeben hat, der kann sie beispielsweise easy bei Kleiderkreisel einstellen oder in kleinen Vintage-Läden wie The Good Store anbieten.

3. Weiter verschenken: Bringt Punkte auf dem Karmakonto

Habt Ihr keine Unterkunft oder Kleiderkammer für Geflüchtete in Eurer Nähe? Checkt mal online! Für jede Stadt gibt’s ausführliche Listen mit den Kleidern, die dort gerade händeringend benötigt werden. Wer an dieser Stelle gerade keine Lust auf die Betroffenheitsklatsche hat, der macht sich selbst mit einem Geschenk an eine Freundin oder einen Freund vielleicht auch glücklicher, als es der Rabatt auf die ohnehin schon wahnsinnig günstige Sachen bei den Ketten tun würden. Wer gut ausgestattete Fashion-Freunde hat, die nichts mehr brauchen und stattdessen lieber die modische Allgemeinheit glücklich sehen möchte, packt ein Päckchen für die Kleiderei – und schenkt seinen ehemals heiß geliebten Teilen ein langes Leben als Leihstücke.

4. Behalten, bis der Trend wieder da ist: Bringt bald wieder Freude

Widersprecht mir, wenn nicht: Jeder aus der Mode geratene Style ist schon mal wieder gekommen. Und die Zeit dazwischen wird kürzer. Als Kind der Neunziger trage ich aktuell 501 und Levis-Jeansjacken auf – und ärgere mich, dass ich damals meine Plateauschuhe weggegeben hab‘. Du kennst das? Dann behalt die besten Sachen! Klar wollen wir alle nicht Horten wie die Hamster. Aber bevor H&M ein einst heiß geliebtes Teil zerschreddert, dem bis es überhaupt wieder eine anständige Klamotte wird, in der Regel wieder ziemlich aufwendig hergestelltes Neumaterial zugeführt werden muss, haben wir doch lieber eine übersichtliche textile Schatzkiste auf dem Speicher.

5. Locales Recycling bei den Kleinen: Bringt Einsparungen bei den Ressourcen

Ok, das Teil geht echt nicht mehr! Für kaputte Klamotten funktionieren die vier genannten Ideen natürlich nicht. Letzte Alternative, bevor ihr die Giganten damit bereichert: Leute, die Textilien im Kleinen umarbeiten, so wie etwa Bridge&Tunnel für Denim oder Bis es mir vom Leibe fällt.

 

Foto: Marcus Werner

Ein Kommentar

  1. Oder soziale Projekte unterstützen. Wie z.B. dieses hier in Berlin http://www.second-hemd-berlin.de

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