Süßigkeiten à la Gummitiere sind bei uns oft schneller weggenascht, als man überhaupt Gummitier sagen kann. Wir essen mittlerweile zwar schon viel weniger davon, aber wenn der Heißhunger zuschlägt, können wir manchmal nichts dagegen machen. Was wir durchaus gemacht haben, ist ein radikaler Markenwechsel: von Haribo zu Katjes. Warum uns das einen Artikel wert ist? Weil es zeigt, wie Unternehmen heute schon durch vermeintlich kleine Anpassungen in ihren Produkten eine vollkommen neue Käuferschicht erobern können. Uns zum Beispiel!

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Grund: die Gelatine. Die steckt in fast allen anderen Gummitieren und ist dafür verantwortlich, dass die Bären, Frösche und Früchtchen im Mund zergehen, statt festzukleben. Der Haken: Gelatine ist ein tierisches Produkt und wird unter anderem aus Haut und Knochen von Schweinen und Rindern, aber auch aus Fisch und Geflügel gewonnen. Puh! Da dreht sich jedem Vegetarier und Veganer natürlich sofort der Magen um. Und auch für alle unseren muslimischen Freunden kommt Gelatine wegen des Schweins nicht infrage. Hin- und hergerissen zwischen süßer Versuchung und strikter Überzeugung standen wir alle mehr als einmal vorm Regal mit den Erste-Wahl-Lieblingssnacks von Haribo. Und dann, dann kam Katjes. Mit einer kleinen Veränderung – die große Auswirkungen auf uns hatte: der „ohne tierische Gelatine“-Sticker. So ersetzt Katjes die tierische Gelatine nun vor allem mit so genannten Pektinen, die aus den Zellwänden der Früchte gewonnen werden.

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BAM! Damit hat das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit drei Dinge geschafft:

  1. Es hat eine breite Verbraucherschicht überhaupt erst darauf aufmerksam gemacht, dass tierische Produkte in Gummitieren enthalten sein können.
  2. Es erobert eine vollkommen neue und vor allem stark anwachsenden Zielgruppe: Vegetarier und Veganer.
  3. Und es unterschied sich zum ersten Mal aktiv von seinem Hauptkonkurrenten Haribo, der plötzlich eher unzeitgemäß und rückschrittlich daherkommt.

Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung also. Und mal ganz ehrlich: Egal ob vegan oder nicht, welcher Verbraucher will denn heute noch  Süßigkeiten essen, die aus Haut und Knochen gewonnen werden?

 

6 Kommentare

  1. Ein guter Schritt! Vegan sind die Katjes-Produkte allerdings nicht.

  2. Ergänzend finde ich es auch super, dass Katjes in ihrem Laden in Berlin Mitte viele Gummitiersorten verpackungsfrei anbietet!

    • Marcus Werner

      Es gibt einen Katjes Laden in Mitte? Das wussten wir noch gar nicht! Und wie toll, dass man dort verpackungsfrei kaufen kann! Das ist unser nächster Stop 😉

  3. Solange die veganen Ersatz-Gummis nicht konkurrenfähig sind (Beispiel Katjes-Tropenfrüchte – hier ist nicht nur die Konsistenz gewöhnungsbedürftig, sondern auch der Geschmack hat leider unter der Umstellung gelitten), fände ich es schön, weiter an der Zutatenliste zu feilen und solange beide Varianten anzubieten, so dass sich ein jeder selbst entscheiden kann. Im Moment vermisse ich die Original-Tropenfrüchte oder sagen wir lieber deren Geschmack sehr schmerzlich…

  4. Wir setzen auf Haribo! Unsere kleine Tochter als Allergikerin reagiert auf diese ganze Chemie der heutigen Welt und da ist uns die Natur mit Haut und Knochen und Bienenwachs allemal lieber als irgendein chemiemix!!! Danke Haribo dass es euch gibt.

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