Achtung, Ersetzeritis!

Ihr neigt nicht zur Panik? Wir schon. Denn die Virus-Gefahr ist gerade real. Das Leiden ist ansteckend und die Rückfallquote ziemlich hoch. Gerade letzte Woche hätte sie auch uns selbst fast wieder erwischt: diese miese Ersetzeritis!

Kennt Ihr nicht? Können wir uns nicht vorstellen. Schließlich schleicht sie sich gerade überall ein. Besonders hartnäckig schon morgens beim Kaffee-Konsum. Statt dem elenden Einwegbecher haben wir ja jetzt zum Glück endlich alle eine Mehrweg-Version. Wobei, was heißt eine? Genau genommen kann man wie Frau sich ja heutzutage vor den Dingern kaum retten. Eine vermeintliche Freunde im perfekten Präsent-Preisniveau. Da gibt’s mal einen von Mutti, mal vom Kollegen, mal von sechs verschiedenen Marken, die ihre Werbung draufdrucken können.

Besser als Plastik beschichtete Pappe! Naja, trotzdem aus Kunststoff oder Bambus, der künstlich verstärkt werden muss oder einen Silikondeckel braucht. Und apropos brauchen: Wir brauchen doch jetzt nicht haargenauso viele Mehrweg- wie einst Einwegbecher, Freunde!

Die nächste Risikogruppe sind übrigens alle, die sich vorm ersten Kaffee gern noch anziehen wollen. Bitte keine Fast Fashion, schon klar, dass das Klima mäßig nun wirklich nicht mehr klar geht. Deshalb besser eco-fair shoppen. Solange die einzelnen Teile nachhaltig produziert sind, bestenfalls ganz transparent, eh ethisch und vielleicht auch aus recyceltem Material können wir doch ruhig noch zuschlagen. Immer wieder. Bis die ganze beschissen produzierte Vor-Greta-Garderobe ersetzt ist. Oder?

Ne. Denn Ersetzen, das ist unsere Schwachstelle. Schließlich wäre das ja so schön, so simpel, so zu zufriedenstellend. Warum können wir denn nicht einfach alle Ressourcen schädlichen Sachen gegen umweltfreundliche austauschen? Geht bei der grünen Bank oder beim Öko-Strom doch auch. Nur was den alltäglichen Konsum angeht, tja. Da brauchen wir leider Medizin, ein bitteres Heilmittel. Es heißt Verzicht.

Nun lasst uns gemeinsam regelmäßig davon gebrauch machen. Und dann die Dosis immer weiter erhöhen. Lasst uns den Kaffee to stay trinken, die alten Kleider neu kombinieren, besser auswählen, noch mehr Hinterfragen und auch einfach mal zufrieden sein. Mit dem, was wir schon haben. Und glücklich, weil die Sonne scheint. Oder weil wir bestenfalls gesund sind. Und das ist doch das Wichtigste.

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