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Dieser Artikel erscheint aus Überzeugung – und mit freundlicher Unterstützung von WeShare

Abgelegenes Ziel, viel zu transportieren, Freunde dabei oder einfach keine Lust auf Regen, Reden, das Gedränge in der U8? Wie gut, dass es in Berlin die Luxus-Alternative zu Fahrrad und Öffis gibt: Leihautos. Und noch besser, dass die ab sofort auch voll elektrisch fahren. Batterie statt Verbrennungsmotor, das ist für uns ein gutes Argument pro WeShare. Und für unsere Innenstadt ist der neue Carsharing Service vielleicht ja auch schon ein kleines Stück Ausblick in eine autofrei(ere) Zukunft. 

Also hopp, rein in den E-Golf und los geht die Fahrt: automatisch, leise und als Schnellste an jeder Ampel. Weil elektrisch ja auch immer extra-schnelle Beschleunigung bedeutet. Und wenn schon Auto, dann bitte auch Fahrspaß. Check! Gutes Umweltgewissen und gute Laune – genau so lange, bis wir die Karre wieder loswerden wollen. Let’s face it, Berlin. Jetzt kommt das Problem. Parkplätze! 

Wer einen will, darauf würden wir wetten, sucht hier wohl meistens länger, als eine Stadtfahrt jemals dauert. Selbst Zebrastreifen und Einfahrten, Verkehrsinseln und Bushaltestellen sind eigentlich schon bis über den äußersten Rand der Legalität voll gestellt. An allen großen Straßen dient die rechte Spur als Kurz- bis Mittelkurzparkplatz. Hektische Warnblinker entschuldigen sich halbherzig bei strauchelnden Fahrradfahrer*innen. Und unter den Hochbahntrassen der U1 und U2 stehen sich Pkw-Leichen die rostenden Radkappen in den Bauch. Kaum ein Autofahrer oder eine Autofahrerin, die’s hier je länger als ein paar Tag ohne „Ich komm zu spät zu Dir, mein Schatz“-Ohrwurm ausgehalten hat. 

Seltene Lücken als Lichtblick in der Blechlawine? Aufladestationen! Unser Golf ist gut „betankt“, die Reichweite beträgt noch mehr als 100 Kilometer, der Stecker ist jetzt gar kein Muss – wohl aber die Rettung vor verlorener Zeit. Wir fühlen uns privilegiert, als wir auf den geräumigen Parkplatz einbiegen. Noch ein Vorteil E-Auto, keine Frage. 

Und einmal mehr keine Antwort auf die Fassungslosigkeit darüber, dass die Politik nicht endlich zu handeln anfängt. Dass wir alle nicht noch mehr selbst ins Handeln kommen. Ins Handeln in Richtung Verkehrswende. Denn dass wir die brauchen, das zeigt sich doch nirgends deutlicher, als vor der eigenen zugeparkten Haustür. Oder auch etwas weiter oben, auf unserem Balkon, wo wir ungelogen alle zwei, drei Wochen eine dicke schwarze Schmierschicht von Fensterbank und Gartenmöbeln wischen können. 

Wie schön wäre im Gegensatz dazu eine Innenstadt mit weniger Individualverkehr? Mit Spielstraßen, die wirklich nur diesem einen Zweck dienen, mit Bäumen und Beeten und Blumen und Platz. Platz zum Zusammenkommen, zum Verweilen wollen. In Ruhe – und das meinen wir an dieser Stelle ganz wörtlich. 

Eine Utopie, die nicht utopisch bleiben muss. Deshalb lassen wir uns ein auf verschiedene Visionen zur Verkehrswende, auf Meinungen, Ideen, Ansätze. Und auf ein neues Projekt: Für „Stadt in Bewegung“, den Podcast von WeShare, spricht Anna ab sofort regelmäßig mit Menschen, die etwas verändern oder verändern wollen. Zunächst genau hier, in den Cities, die unseres Erachtens nie allein gesehen aber doch anders behandelt werden müssen, als der ländliche Raum. Denn hier sind die Wege kurz, die Straßen voll und die Parkplätze nicht vorhanden. Hier ist eigenes Autofahren eigentlich sinnlos. Eigentlich! Und wenn wir es schaffen, uns gemeinsam einzulassen, vielleicht schaffen wir uns dann auch gemeinsam mehr Platz. Nicht nur zum Pkw abstellen. 

Stadt in Bewegung
ist der neue Podcast des voll eletrischen Carsharing Service WeShare. In den ersten vier Folgen trifft Anna Soziologie Professor Dr. Andreas Knie, Francesca Ferguson vom „Make City Festival“, Matthias Heskamp vom Projekt „Radbahn“ und Moderatorin Sissy Metschke, die letzte Woche in Berlin den Event „Cliché Basching“ gehostet hat. Dabei schlägt sich das Publikum auf zwei Seiten und diskutiert gängige Vorurteile, zum Beispiel aus dem Bereich Nachhaltigkeit. Zuletzt ging’s auch um die Fragen, wie viel Verzicht eigentlich zeitgemäß ist und ob uns neue Verkehrskonzepte freier machen. Mehr Infos zur Veranstaltung gibt’s hier. Und „Stadt in Bewegung“ gibt’s überall da, wo’s Podcasts gibt. 

FOTOS: Marcus Werner // Rebecca Rütten

4 Kommentare

  1. Ihr habt euer Auto also nicht mehr?

    • Marcus Werner

      Doch haben wir leider noch. Es steht aber in Berlin nicht mal nur 23 Stunden rum, sondern gleich wochenweise. Wir brauchen es leider, um zum Hof nach Brandenburg zu kommen und wir haben noch keine Lösung dafür gefunden :(( Ideen?

  2. Zug, Fahrrad, Carsharing? An der Stelle würde man sich den Aktionismus wünschen, den ihr stets propagandiert! Ihr schreit nach Veränderung, Autos sollen verschwinden, erwartet Taten von allen, aber kehrt nicht mal vor eurer Haustür?! Das finde ich sehr bequem und unglaubwürdig.

    • Marcus Werner

      Oje. Du glaubst ja gar nicht, was wir schon alles probiert haben. Aber wenn Du einmal Dein Baby mit dem Fahrrad über ne brandenburger 120 K/mh Landstraße gefahren hast inkl. Einkäufe, machst Du das nie wieder, versprochen. Wenn es vor Ort Angebote gäbe, die ne easy Anbindung an unser Dorf erlauben, würden wir die sofort nutzen. Deswegen: Fall nicht auf die Individualismus-Schiene herein. Es geht um die systemische Veränderung, die stattfinden muss, aka gute öffentliche Infrastruktur auf dem Land zum Beispiel. LG

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