Must Watch: Machines von Rahul Jain

Warum dieser Artikel wichtig ist

Zu wissen, wo unsere Kleidung herkommt ist wichtig, um intelligente Konsum-Entscheidungen zu treffen. Es ist wichtig zu verstehen, warum es möglich ist, Mode günstig anzubieten. Und es ist wichtig, um diese auch wertschätzen zu können.

Wir reden viel über Fair Fashion und darüber, dass wir nicht mehr bei Zara, H&M und Co. einkaufen gehen. Warum? Weil uns allen klar ist, dass irgendwo am anderen Ende der Welt Menschen für unser 4,90 Euro-T-Shirt ausgebeutet werden. Wir kennen die Fotos von eingestürzten Fabriken, Kinderarbeit, Hallen voll unterbezahlter Näherinnen und Nähern. Doch kaum einer hat es geschafft so tief in diese Welt einzutauchen, wie der indische Filmemacher Rahul Jain mit seiner neuen Dokumentation „Machines“.

In diesem Film bringt er die Zuschauer vom gemütlichen Sofa rational und bildgewaltig mitten in die Realität der indischen Werkshallen – genau an den Anfang der Fertigungsette. Dorthin, wo die Arbeiter für eine Zwölf-Stunden-Schicht drei Euro verdienen. Dorthin, wo diese Arbeiter nicht mal mehr nach Hause gehen, sondern gleich zwischen den Machinen schlafen, um Doppel- und Dreifachschichten zu absolvieren. Und auch dorthin, wo diese Arbeiter trotzdem glücklich sind, überhaupt diesen Job zu haben, etwas Geld für Essen zu verdienen und sogar noch sparen zu können.

Das ist auch der Grund, warum dieser Film überhaupt so entstehen konnte. Denn aus der Perspektive der Arbeiter und der Fabrikbesitzer ist das mehr, als das Nichts, was sie vorher hatten. Genau hier liegt wohl auch die Stärke des Films. Er zeigt auf ganz einfache Weise wie unglaublich groß der Gap zwischen dem Westen und den Entwicklungsländern ist. Und er zeigt, wie einfach es für die großen Fast-Fashion Unternehmen ist, diesen Gap zum eigenen Vorteil zu auszunutzen.

Man sollte sich diesen Film anschauen – schon alleine dafür, dass man beim nächsten Shoppingerlebnis automatisch an den Anfang der Herstelungsette denkt. Und an die Arbeiter und die Umstände, die es möglich machen die zwanzig Kollektionen im Fast-Fashion-Jahr zu Minipreisen anzubieten. Must Watch!

Fotos: via Pallas Films

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