Wie 350.org Druck gegen fossile Brennstoffe macht

„Actions speak louder than words“, heißt ein altes Sprichwort. Dabei könnte man „Actions“ heute auch gegen 350 austauschen: Die Zahl steht für eine globale Klimabewegung, die mehr und mehr Druck auf Unternehmen und Politik macht, endlich aus den fossilen Brennstoffen auszusteigen. Der Name, der von dem bekannten amerikanischen Umweltaktivisten Bill McKibben gegründeten Bewegung, bezieht sich auf die CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre. Denn die liegt derzeit bei über 400 ppm und muss dringend auf unter 350 ppm reduziert werden, um den Klimawandel auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. Zum Vergleich: Die CO2-Konzentration vor der industriellen Revolution lag bei ca. 280 ppm.

Die Bewegung 350.org versteht sich als eine so genannte Graswurzelbewegung. Heißt, sie arbeitet von unten nach oben. Die Mitstreiter organisieren sich über Newsletter, über Facebook und Twitter und koordinieren weltweit Aktionstage und Kampagnen, um gegen Kohlekraftwerke oder Pipelines zu protestieren. Der große Unterschied von 350 zu anderen Organisationen ist: Die Aktionen beschränken sich nicht auf das Unterzeichnen von Petitionen, sondern holen die Unterstützer zum aktiven Protest auf die Straße.

Deshalb ist die Organisation vor allem für all diejenigen interessant, denen die großen Sprüche und der gute Wille der Politik nicht mehr ausreichen. Aktuell geht das 469.000 Facebook-Fans so. Wie ihre Aktionen aussehen, war zum beispielsweise letzte Woche in der Lausitz zu erleben. Unter dem Motto „Ende Gelände“ haben dort mehr als 3000 Aktivisten vorübergehend eines der größten Braunkohlewerke Europas lahmgelegt.

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