WERBUNG

Dieser Artikel erscheint aus Überzeugung – und mit freundlicher Unterstützung von Naturland und GEPA

Nach Wasser ist Tee weltweit das beliebteste und am meisten genossene Getränk – und damit leider auch ein riesiger Umweltsünder. Weil wir alle so viel davon trinken wollen, läuft’s in der Teeindustrie mittlerweile natürlich genau so, wie fast überall und fast immer, wenn die Nachfrage unermesslich und das Geschäft mit dem Lebensmittel groß ist. In Schwellenländern entstehen Quadratkilometer weite Monokulturen. Und dann nimmt der naturfeindliche Teufelskreis seinen Dauerlauf: Um ganzjährig ernten zu können, werden die Teepflanzen künstlich gepimpt, zur Schädlingsbekämpfung und weiteren Ertragsoptimierung setzen die Plantagen-Betreiber Pestizide ein, unter dem Gift leiden die Böden, das Wasser und die Biodiversität der gesamten Umgebung. Heißt: Keine anderen Pflanzen, keine Insekten, keine Vögel. Weil Monokulturen von der Natur nicht vorgesehen sind, funktionieren sie natürlich auch nicht auf Dauer. Die Erde, auf der die Teepflanzen stehen, wird immer schlechter, Kunstdünger kommen zum Einsatz, darunter leiden wieder das Wasser, die Biodiversität und so weiter und so fort. 

Und wie meistens, wenn die Umwelt leidet, leiden die Menschen mit. Löhne und Arbeitsbedingungen sind auf fast allen Plantagen eine Katastrophe, die Gifte schaden der Gesundheit von Arbeitern und Arbeiterinnen – und landet am Ende natürlich auch in unserem europäischen Tässchen. Regelmäßig werden in Teeproben hohe Pestizidbelastungen nachgewiesen. 2014 gab Greenpeace India bekannt, in 94 Prozent aller untersuchter Teeproben Rückstände von mindestens einem Pestizid gefunden zu haben. In 60 Prozent davon wurden gleich mehr als zehn verschiedene Gifte ausgemacht. Viele davon werden mit diversen Gesundheitsschäden wie Krebs, hormonellen Störungen und Missbildungen bei Neugeborenen in Verbindung gebracht. Es ist widerlich. Und die Lösung ist klar: Ökologisch und fair kaufen. Anders geht’s nicht. Nicht für die Umwelt, nicht für die Anderen und auch nicht für uns selbst. 

Glasklar erkannt haben wir das zusammen Naturland. Und dafür mussten wir noch nicht Mal nach Indien fliegen. Denn das machen ja schon die Vertreter und Vertreterinnen des Bio-Siegels regelmäßig – und auch deren Partner, die GEPA in Wuppertal. Seit 30 Jahren schon kooperiert Naturland mit dem Fair Handelsunternehmen. Eine Zusammenarbeit, die auch und gerade in Sachen Tee kleine Meilensteine setzen konnte. 

„Gemeinsam haben wir viel entwickelt und gelernt“, sagt Martina Romanski von der Naturland Zeichen GmbH. In enger Zusammenarbeit brachten die Partner den ökologisch-sozialen Landbau und die entsprechenden Richtlinien, die für alle GEPA -Tees mit dem Naturland Zeichen gelten, nach Darjeeling. Genauer gesagt zu ihrem Partner Tea Promoters India (TPI) und dessen Bio-Teegarten Samabeong. „Gemeinsam haben wir den ersten fairen Bio-Teegarten in Darjeeling aufgebaut und Zeichen in Sachen ökologische und soziale Entwicklung im Teeanbau gesetzt“, sagt Barbara Schimmelpfennig von der GEPA.  „Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen ist dabei natürlich, dass der Humus aufgebaut wird, um dadurch eine nachhaltige Landwirtschaft betreiben zu können“, fügt Romanski hinzu. Denn auch andersherum schließt sich der Kreis: Geht’s den Böden gut, geht’s auch den Menschen besser, die damit arbeiten. Im TPI-Teegarten spenden Kokos-Palmen, Nelken- oder Muskatbäumen Schatten, beugen Bodenerosion vor, tragen zusammen mit anderen Gewürzpflanzen zu einer gesunden Mischkultur bei und bilden intakte Lebensräume. Die Insekten und Vögel, die sich dort angesiedelt haben, beseitigen auf natürliche Weise viele Schädlinge, was den Einsatz chemischer Pestizide nicht zwingend nötig macht. Alles zusammen sorgt für fruchtbare Böden, auf denen eine gut gepflegte Teepflanze bis zu 100 Jahre alt werden kann. 

Und auch für die Menschen, die im Teegarten Samabeong arbeiten, ergeben sich mit dem bio-fairen Anbau ganz neue Lebensbedingungen. Weil die Pflücker und Pflückerinnen in indischen Anbaugebieten mit riesigen Monokulturen aus Mangel an Alternativen stark abhängig vom Geschäft mit dem Tee sind, können konventionelle Hersteller quasi alles von ihnen verlangen. Etwas Demokratie ähnliches gibt es für sie nicht. Der mit Gewerkschaften ausgehandelte staatliche Lohn von 2,25 Euro am Tag deckt nur gut die Hälfte von dem, was eine Regierungskommission als Mindestlohn für den Bundesstaat Westbengalen empfiehlt. Heißt: Von dem, was wir hier für den Tee aus Darjeeling bezahlen, erhalten die Teepflückerinnen gerade mal 1,4 bis 2,8 Prozent. Rund ein Viertel der jährlichen Teeproduktion aus der ostindischen Region wird von konventionellen Deutschen Teefirmen aufgekauft. Diese verkauften den Tee hier teuer weiter. Knapp ein Fünftel des Ertrags kommt überhaupt  in Indien an, wobei ein Großteil davon wiederum bei den Großhändlern und Plantagenbesitzern bleibt. Insbesondere Frauen haben bei der Arbeit in den Gärten oft keinen Zugang zu geschützten Toiletten am Arbeitsplatz. Die Unterkünfte sind fast immer in einem Mangelhaften Zustand. Kinderbetreuung gibt es kaum, Kinderarbeit ist dafür nicht ausgeschlossen und Arbeitsmaterial muss selbst erworben werden. Das geht aus einer aktuellen Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung hervor. Mitverantwortlich ist laut der Erhebung von Studienautor Benjamin Luig aus dem Sommer 2019 der Preisdruck deutscher Teehändler. Betroffen seien sogar Fairtrade Produkte. 

Gautam Mohan ist der Managing Director von TPI

All dem beugen Naturland und GEPA mit ihrem Partner TPI seit Jahrzehnten bewusst vor. Für einen fairen Lohn wird für die Arbeit im Teegarten drauf gezahlt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen leben bei TPI in angemessenen Unterkünften, es gibt für sie Strom und fließendes Wasser. Aus den Mehrpreisen der GEPA konnten zusätzlich verschiedene soziale Projekte verwirklicht werden. Anfang der 90er-Jahre wurde eine High-School gebaut, sodass die Töchter und Söhne der Teepflückerinnen neue Bildungschancen erhalten. Außerdem waren die Angestellten von Anfang an in einem gemeinsamen Komitee mit dem Teegarten-Management vertreten und haben über alle ihre Sozialmaßnahmen mitentschieden. Der erste TPI-Manager war ein Gewerkschafter und hat das Mitbestimmungsmodell aufgebaut. Heute hat die Plantage eine Managerin. „Tee wird überwiegend von Frauen gepflückt“, sagte Schimmelpfennig. „Für uns lag es deswegen auch nahe, dass eine Frau das Teegarten Management übernimmt.“ In Indien sei das alles andere als selbstverständlich. „Bis heute ist unsere Partnerin Bhawana Rai die einzige Frau in dieser Position, von der wir wissen.“

Bhawana Rai it wahrscheinlich Indiens einzige Teegarten Managerin

Samabeong war einer der ersten Teegärten in Darjeeling, der auf Bio umgestellt hat – bis heute zogen einige nach: Heute sind 56 Prozent der Teegärten in der bekannten Teeregion bio. „Das sind alles Dinge, die nur durch die Zusammenarbeit zwischen Naturland und der GEPA möglich waren“, sagt Schimmelpfennig. „Die Herstellerinnen und Hersteller zu unterstützen, dabei aber auch politisch zu handeln ist uns besonders wichtig“, sagt Schimmelpfennig. 

Im September hat sich die GEPA an das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gewandt – mit einer öffentlichen Forderung, die Wirtschaftsminister-Müller aktuell nur allzu gut aus einem anderen Bereich kennt: Genau wie in der Mode muss es auch im Bereich Tee laut GEPA eine verbindliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen geben. „Unser Partner TPI ist ein positives Beispiel, das Schule machen sollte. Es zeigt: menschenwürdige und faire Anbaubedingungen sind möglich“, so Schimmelpfennig. „Mit Blick auf die Missstände beim Tee-Anbau in Darjeeling sehen wir die Verantwortung bei der indischen und deutschen Regierung sowie bei den Teehändlern selbst.“

Wir auch! Und trotzdem können wir etwas tun: Die politischen Forderungen unterstützen – und ökologisch-fairen Tee kaufen. Ja, ja, der Spruch ist alt und ausgeleiert, aber er ist wahr: Unser Kassenbon ist ein Stimmzettel. Und im Bereich Tee, da gibt es wohl keine zwei Meinungen, ist noch besonders viel Abstimmung nötig. Los geht’s! 

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*