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„Wir müssen mit der Natur arbeiten, nicht gegen sie“, sagt Jakob Sichler prüft mit der Hand im Vorbeigehen ein Gatter und läuft dann weiter, zügig. Den Blick immer fest auf die Kühe und die satt grüne Weide gerichtet. „Das haben wir eingesehen – und versuchen’s nun so gut es geht umzusetzen.“

Nix Nummern: Jakob (li.) gibt seinen Kühen Namen und kann fast alle von Weitem auseinander halten. „Das hat was mit Respekt zu tun“, sagt er

Und es geht. Seit 2009 ist Jakob Bio-Bauer. Zusammen mit seinem Vater Josef hat der 28-Jährige seine Landwirtschaft umgestellt, von konventionell auf öko. Einen Tag lang nimmt er uns mit in seine Welt, auf sein Gut, einen Milchwirtschaftsbetrieb mitten im Chiemgau. Schon mit fünf Jahren hat Jakob, der noch heute wie ein kleiner Junge grinsen kann, gewusst, dass er Bauer werden will. Als Schüler wurde er von seinen Eltern in die Entscheidung eingebunden, den ehemals konventionellen Betrieb umzustellen. Heute leitet er den Großrachlhof in 17. Generation – und in zweiter mit Naturland Zertifikat.

Einer der größten, weil weitreichendsten Unterschiede zu früher: „Seit wir ökologisch landwirtschaften gehen die Kühe wieder auf die Weide,“ erzählt Jakob. „Zum Glück!“ Denn dass es den Tieren damit besser geht, das merke man sofort. „Ein Anzeichen dafür ist, neben gepflegter Optik und vitalem Verhalten, auch dass die Tiere jetzt von alleine gesund kalben“, sagt er. Im Konventionellen sei das nicht so gewesen. Platzmangel und Stress zeigen sich dort ganz generell spätestens unter der Geburt oft in starken Komplikationen.

Unterstützung: Jakob (re.) mit seinem Praktikanten und seiner Auszubildenden

Bio fängt am Boden an

Und schon daran zeigt sich, wie unnatürlich die industrielle Milchwirtschaft in vielen Bereichen ist. Je größer und konventioneller der Betrieb, desto schlimmer. Auf den von Naturland zertifizierten Bio-Höfen ist das anders. Hier hat jede Kuh einen eigenen Fress- und Liegeplatz, damit auch im Stall keine Rangkämpfe und damit Spannungs-Situationen entstehen. Zur Behandlung kleinerer Wehwehchen wird Naturheilkunde eingesetzt, statt sofort mit der Antibiotika-Keule zu kommen.

 

Jakob bleibt am Weidezaun stehen. In der Ferne erhebt sich das Alpenpanorama. „Unsere Vorfahren haben diese Kulturlandschaft geprägt“, sagt er. „Ganz ganz früher war hier Steppe mit Büschen und Bäumen, kein fruchtbares Land.“ Nun gelte es, die Weideflächen natürlich zu bewahren. „Wir achten darauf, den Kreislauf geschlossen zu halten“, erklärt er. Zertifizierte Naturland Betriebe nutzen keinen Mineraldünger und keine Pflanzenschutzmittel. „Unsere Tiere produzieren Gülle, und die düngt dann wieder das Gras, das die Kühe fressen.“ So ergeben sich die extrem fruchtbareren Böden. Und die wiederum können große Mengen CO2 speichern und sind auch für Wetterextreme besser gerüstet. „Den Boden gesund zu halten, ist genau so wichtig, wie die Kuh gesund zu halten“, sagt Jakob. „Dabei sind wir sehr gründlich. Nur wenn wir natürliche Entwicklung zulassen, gibt’s am Ende ein gutes Produkt.“

Der Großrachlhof
Die Kälber stehen zusammen in einem großen Laufstall, zum Fressen stecken sie ihre Köpfe durchs Gitter
Jede Kuh hat ihren eigenen Fress- und Liegeplatz, regelmäßig werden die Zustände von Naturland überprüft

Und wie geht’s der Kuh?

Produkt meint in seinem Fall Milch. Milch, die von rund 90 Prozent der Deutschen regelmäßig getrunken, oder weiterverarbeitet konsumiert wird. Und obwohl viele in Sachen Ernährung viel aufgeklärter sind, als noch vor ein paar Jahren, kann doch leicht vergessen oder verdrängt werden, was genau Milch eigentlich ist. Dass sie gegeben wird, von einem Lebewesen, das dafür zunächst Nachwuchs bekommen – und dass dieser Nachwuchs seine erste Nahrung dann mit uns teilen muss. Bestenfalls!

Auf den Naturland Höfen werden die Kälbchen nach der Geburt zwar relativ schnell von den Mutterkühen getrennt, bleiben danach aber untereinander zusammen und bekommen echte Muttermilch zu trinken. Selbstverständlich ist das nicht. In der konventionellen Landwirtschaft gehen die neugeborenen Tiere oft sofort in die Schlachtung oder werden mit industrieller Ersatznahrung gemästet. „Dass das wenig Sinn macht, haben wir lange gar nicht hinterfragt“, erinnert sich Jakobs Vater Josef. Er war es, der sich in erster Instanz für die Umstellung des Betriebs entschieden hat. „Für mich war das eine der schwierigsten und langwierigsten Entscheidungen überhaupt, weil ich es anders gelernt hatte“, erinnert er sich. „Heute ärgere ich mich, dass ich’s nicht früher gemacht hab. Konventionell hat keine Zukunft.“

Im Gespräch: Insgesamt haben wir sechs Video-Clips mit Naturland gedreht, die bis zum Frühjahr 2019 erscheinen

 

Next Stop: die Molkerei

Eine Erkenntnis, die für viele Landwirte nicht ganz leicht zu gewinnen ist. Ähnlich wie die Konsumenten, gehen viele genau den Gewohnheiten nach, die sich seit Jahren, Jahrzehnten oder über ganzen Generationen als üblich eingeschlichen haben. Die Umstellung zurück zum Ursprünglicheren – das oft erstmal weniger modern und vor allem weniger lukrativ wirkt – fällt vielen schwer. Sich an die Naturland Richtlinien, die weit über die des EU-Labels hinaus gehen, zu halten, wird oft nur mit Unterstützung der Siegel-Berater und in Kombination mit fairen Milchpreisen möglich.

Letztere bekommen die Sichlers von der Molkerei Berchtesgadener Land, die seit ihrer Gründung 1927 als Genossenschaft organisiert, und komplett im Besitz ihrer aktuell rund 1.700 Landwirte ist. Im Genossenschaftsmodell werden Herkunft, Nachhaltigkeit und Fairness als gesellschaftliche Werte verfolgt. Verarbeitet wird zwar ausschließlich regionale – aber neben Naturland und Demeter auch konventionelle Milch. Heißt für uns Verbraucher: Je merklich mehr Bio gekauft wird, umso mehr steigt die Nachfrage. Unsere Kaufentscheidung kommt also schon in der Molkerei ganz direkt an – und kann zum Handeln aufrufen. Vermischt werden kann bis dahin nichts.  „Jeder Tankwagen, der in der Molkerei ankommt wird geprüft“, erklärt uns Paul Althammer, Stellvertretender Produktionsleiter bei der Molkerei Berchtesgadener Land. „Auch auf die Menge an Fett und Eiweiß hin, die am Ende für die Bezahlung des Landwirts ausschlaggebend ist.“

Wie kommt Geschmack in die Milch?

„Bio Landwirtschaft ist nicht das Lukrativste“, sagt Jakob. Zum Glück wissen wir, dass unsere Molkerei auch in Milch-Krisen den Preis halten kann. Das gibt uns die nötige Sicherheit.“ Darüber hinaus sichere das Naturland Zeichen in Sachen Öko-Qualität ab. „Auch durch die starke Marke. Wer Naturland Milch kauft, der weiß und kann sicher sein, dass sie von solchen Betrieben kommt, wie unserem.“

Die Verarbeitung dieser Milch passiert in der Molkerei Berchtesgadener Land strikt getrennt. „Das ist eine der großen Herausforderungen wenn man mehrere Anlagen hat“, sagt Paul. Gelöst wird diese durch gezieltes konzipieren der Maschinen und durch ganz praktische Kniffs. So verarbeitet die Molkerei beispielsweise die Bio-Milch immer als erstes, um schon minimalste Vermischungen auszuschließen. Generell zählt in der Verarbeitung das Motto „weniger ist mehr“. „Milch ist ein natürlicher Rohstoff. Den kann man nicht besser machen, als er ursprünglich ist“, betont Paul.

Das ist logisch – und bedeutet natürlich auch, dass es durchaus etwas an der Qualität ändert, wenn der Rohstofflieferant gesund und möglichst zufrieden ist. Denn dieser Lieferant, dass lässt sich am Kühlregal im Supermarkt ja gerne mal vergessen, ist ein lebendiges Wesen. Eines, das sein Leben als Dienstleister führt. Für unser Lebensmittel. Das Wohlbefinden der Kuh sollte also nicht nur aus ethischen Gründen ganz selbstverständlich in unserem Interesse sein. Wenn wir uns schon dazu entscheiden, Milchprodukte zu verzehren, dann sollten doch in jedem Fall die besten Inhaltsstoffe darin enthalten sein – und bleiben.

Auch Paul betont bezüglich dessen den verpflichtenden Weidegang der Naturland Kühe als besonders wichtige Siegel-Richtline.  „Auch in Bezug auf Geschmack und Gehalt der fertigen Milch. Denn das Gras und im Winter das Heu werden am Ende zum Rohstoff. Und wenn man den untersucht, dann findet man das gesunde Futter in guter Milch wieder“, erklärt er. „Bio-Milch hat viel mehr Linol- und Omega 3 Fettsäuren. Den Unterschied durch die natürliche Fütterung schmeckt man bei den Naturprodukten als Verbraucher stark heraus.“

Verpackung als Herausforderung

Das Thema Verpackung gilt sowohl bei Naturland als auch in der Molkerei als Herausforderung, an der stetig weitergearbeitet wird. „Aktuell geht die gesamte Frischmilch in eine Kartonverpackung, die aus rund 90 Prozent nachwachsenden Rohstoffen besteht“, erzählt uns Lisa Weitz, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei bei der Molkerei Berchtesgadener Land. „Neu ist die Beschichtung aus Zuckerrohr, genau wie der Karton ein nachwachsender Rohrstoff – und daher für uns aktuell die beste Lösung.“ Aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Dass da noch mehr geht, darüber sind sich Molkerei und Bio-Siegel einig. Wie, daran wird noch geforscht, in enger Zusammenarbeit. „Austausch und Miteinander sind beiden Seiten sehr wichtig“, sagt Lisa. Stillstand wollen beide nicht.

Und so zeigt sich Naturland uns gegenüber auch im Ansprechen potenzieller Zweifel offen und nahbar. Dass nicht nur vegane Verbraucher Milchprodukte generell in Frage stellen, ist dem Siegel bewusst. Umso wichtiger ist den Naturland Mitarbeitern umfassende Aufklärung.

Lustig: Mit Nachhaltigkeits-Expertin Lisa in den Interviewpausen

Ist Kuhmilch auch gut für uns Menschen?

Fest steht für den Verbraucher am Kühlregal: Teurere Markenmilch ist nicht unbedingt besser. Den Unterschied macht hier nicht ausschließlich der Preis, sondern auch wieder vor allem die Erzeugung. Härtere Auflagen bei Tierwohl, sprich in Sachen Futtermitteln, Platzangebot und Krankheitsbehandlung sind nicht nur für Kühe und Umwelt besser und nachhaltiger sondern am Ende auch für den Verbraucher oder die Verbraucherin gesünder. Das Belegen zum Beispiel verschiedene Studien von Öko-Test sowie der Milchratgeber von Kuh+Du.

Grundsätzlich kommt immer wieder die Frage auf, wie gesund Milch für Menschen wirklich wirklich ist. Die Antwort darauf können und wollen wir hier nicht geben, sondern jedem selbst überlassen, wie viel davon potenziell zu einer guten Ernährung beiträgt. Kuhmilch ist für Kälber gedacht. Insbesondere qualitativ schlechte, verarbeitete Milch kann bei Menschen Durchfall, Verschleimung und andere Krankheiten begünstigen. Gleichzeitig enthält Kuhmilch aber viele Nährstoffe, die auch für uns nicht unwichtig sind. Weitere Informationen zu Milch in Bezug auf Nährwert haben zum Beispiel die Kollegen Utopia in den Artikeln Ratgeber Milch und Sojamilch oder Kuhmilch im Vergleich zusammengestellt.

Drei Sichler-Generationen. Motto: Alte Asche bewahren – aber das Feuer am Laufen halten

Naturland: Öko fürs Wir

Das Naturland Siegel können sich alle, die keine Kuhmilch trinken, in jedem Fall trotzdem merken: Naturland ist einer der größten Öko-Verbände weltweit. Aktuell gehören rund 54.000 Bäuerinnen und Bauern, Imker und Fischwirte in 52 Ländern zur Label-Familie. Mit dem Kombi-Zeichen Naturland Fair verbindet das Zeichen außerdem Öko-Landbau und Fairen Handel in einer Zertifizierung. Ein weiterer Schritt von vielen, mit denen Naturland dazu beitragen will, die insgesamt 17 UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Am Besten noch weit vor 2030! Ganz oben stehen dabei für das Siegel „Klimawandel stoppen“ und „Kein Hunger“. Um beides zu erreichen, müssen wir unseren Fleisch- und Milchkonsum drastisch senken, so dass weniger Kraftfutter angebaut werden muss. Nur so entsteht Platz auf den Feldern, um mehr Menschen zu ernähren. Und die tierischen Produkte, die wir uns gönnen, sollten unseres Erachtens nach ganz unbedingt aus ökologischer Herstellung sein.

FOTOS: Naturland & Marcus Werner

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