„If you‘ re not angry – you’re not paying attention“, haben wir letztens auf einem T-Shirt gelesen. Zurzeit sind wir vor allem angry auf die Politik. Die bekommt es nämlich seit Jahren nicht mehr hin ihre Prioritäten richtig zu setzen. Statt vor allem Politik für Unternehmen und deren wirtschaftliche Interessen zu machen, ist es mehr als Zeit, uns Menschen wieder auf Priorität Nummer eins zu stellen. Das bedeutet auch, dass die Politik dafür sorgen muss, diese Welt so zu erhalten, dass auch unsere Kinder noch gut darauf leben können.

Wie die Politik zurzeit an dieser Verantwortung scheitert, konnten wir erst kürzlich im Hambacher Forst sehen. So musste wieder mal ein Gericht ran und die wirtschaftlichen Interessen der NRW-Landesregierung und RWE in die Schranken weisen. Damit wird der 06.10.2018 wahrscheinlich zu einem Meilenstein in der Geschichte des deutschen Klimaschutzes. Dabei geht es gar nicht so sehr um die verhinderte Abholzung der Bäume oder die vermiedenen CO2-Emmissionen. Es geht vielmehr um die neue Power der Zivilgesellschaft. Was man im Hambacher Forst nämlich sehen konnte, war eine Solidarisierung der Mitte mit den Umweltschützern in ihren Baumhäusern. Es sind nicht mehr nur „Ökos“ die immer lauter hinterfragen, was eigentlich die Aufgabe der Regierung ist und für wen diese Politik eigentlich da ist?

Klima- und Umweltschutz ist gerade für die jüngere Generation mittlerweile ein existenzielles Anliegen. Es geht hier um ihre eigene Zukunft, die von einer gestrigen Politik und durch das Festhalten am Status quo sabotiert wird. Dazu kommen immer mehr Eltern, die verstehen, dass ihre heute geborenen Kinder und Enkel bis zum Ende dieses Jahrhunderts die volle Klatsche des Klimawandels und all seinen Folgen abbekommen werden. Wer nicht betreten in die Ecke schauen will, wenn uns unsere Kinder irgendwann mal fragen, was wir damals dagegen getan haben, der schaut sich mittlerweile ganz genau an, welche Parteien aktiv eine zukunftsorientierte Politik gestalten, statt nur die Vergangenheit zu verwalten.

 

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Das gebotene Spektrum bleibt jedoch vorerst bescheiden. Die wirtschaftsnahe CDU / CSU sorgt dafür, dass unsere Städte voll von dreckigen Dieseln und Abgasen bleiben, statt neue Verkehrskonzepte zu entwickeln. Die SPD klammert sich lieber an eine zum Aussterben verurteilte Kohlelobby und deren Gewerkschaften, statt auf die heute schon zehn Mal mehr Arbeitsplätze schaffenden erneuerbaren Energien zu setzen. Von der neoliberalen FDP und seiner nationalistischen Alternative brauchen wir gar nicht sprechen.

Die Quittung für so viel Gestern haben die Parteien am vergangenen Sonntag in Bayern bekommen, wo die Grünen als einzige Partei ein zukunftsfähiges Angebot machen konnte. Wer jetzt denkt, dass das ein Ausrutscher war, übersieht das Bigger Picture. Glaubt ernsthaft noch jemand, dass wir es uns leisten können, den Klimawandel jemals wieder auf die hinteren Plätze im Politik-Geschäft zu verbannen? Im Gegenteil: jedes Jahr in unser aller Leben wird bald davon geprägt sein, wie wir unsere Gesellschaft und Wirtschaft so organisieren, dass wir uns an dieses neue Klima anpassen können. Die Parteien, die dafür progressive und intelligente Angebote machen, werden morgen gewählt werden.

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