Warum dieser Artikel wichtig ist

Der weltweite Fleischkonsum hat enorme Auswirkungen auf unsere CO2-Emissionen. Wir brauchen deshalb Strategien, die auch für Fleisch-Liebhaber annehmbar sind.

 

Ganz ehrlich: Fleisch schmeckt uns! Vor allem gebraten und gegrillt. Oder zerhackt und wieder zur Boulette zusammengemischt, mit lecker Senf und so. Es würde uns wahrscheinlich auch immer noch schmecken, jedoch haben wir vor ein paar Jahren beschlossen, kein Fleisch mehr zu essen. Irgendwann haben wir angefangen, uns ein bisschen davor zu ekeln.

Dass Tiere für unsere Nahrung getötet werden – damit können wir eigentlich ganz gut umgehen. Wie diese Tiere jedoch vorher gehalten werden, was sie zum Fressen bekommen, welche Medizin in sie reingepumpt wird, aber vor allem welche Auswirkungen die Massentierhaltung auf den Klimawandel hat – all das hat irgendwann dazu geführt, dass uns der Appetit auf Fleisch völlig vergangen ist.

Die Auswirkungen des Fleischkonsums

Tatsächlich trägt unser Fleischkonsum mit bis zu 18 Prozent zu den weltweiten CO2-Emissionen bei. Das Methan, was all die vielen Kühe beim Wiederkauen produzieren, ist sogar bis zu 25 Mal schädlicher als CO2. Zusätzlich wird für die Futtermittel der Tiere vor allem Soja von der Südhalbkugel importiert. Für dessen Produktion vor Ort werden großflächig Regenwälder abgeholzt, um Platz für Monokulturen zu schaffen. Allerdings brauchen wir ja nicht erst auf die Südhalbkugel reisen, um das ganze Ausmaß der Katastrophe zu sehen. Auch bei uns in Europa steigt die Anzahl der Tiere in der industriellen Landwirtschaft seit Jahren – inklusive allen Nebenwirkungen. Dazu zählen neben jeder Menge Gülle, die unser Grundwasser belastet und wohl bald zu teureren Trinkwasserpreisen führt, vor allem Antibiotika und Medikamente, die den Tieren gegen mögliche Krankheiten in ihren viel zu engen Ställen verabreicht werden.

All das hat uns den Appetit auf Fleisch verdorben und wir sind immer noch erstaunt, wie schnell wir uns an unser fleischloses Leben gewöhnt haben. Und trotzdem gibt es in unserem Umfeld mehr als genug Menschen, die immer noch nur all zu gern Fleisch essen. Für die ist die vegetarische Option noch immer so weit weg, wie die Sojafelder in Südamerika. Sie jedoch für ihren Fleischkonsum zu verurteilen, kann nicht die richtige Lösung sein. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er oder sie zu sich nimmt und sich darüber bewusst sein, welche Auswirkungen unser Handeln hat.

Friss die Hälfte!

In diesem konkreten Fall ist unsere Auswirkung direkt messbar: es sind 18 Prozent CO2 Emissionen! Wie schaffen wir es diese Zahl zu senken, ohne dass sich die Fleischliebhaber bevormundet fühlen? Der neue Ansatz heißt „Friss die Hälfte!“ Wenn alle nur noch die Hälfte tierische Produkte essen würden, hätte das nicht nur positive Auswirkungen auf unser Klima. Mit dem Geld, was man durch den geringeren Fleischkonsum spart, kann man sich nun sogar qualitativ besseres Fleisch oder sogar Bio-Fleisch leisten.

Das Modell ist gar nicht so abstrakt, wie viele denken. Noch vor wenigen Jahren war der Sonntagsbraten das Highlight der Woche. Man hat sich darauf gefreut und Fleisch war etwas Besonderes. Da müssen wir wieder hin. Wir müssen wieder lernen, wie wertvoll Fleisch ist und was der Akt des Fleisch Essens für uns und unsere Umwelt bedeutet. Wenn wir das schaffen, machen wir einen großen Schritt in die richtige Richtung – für unser Klima, für die Tiere, für unsere Umwelt und für unsere Gesundheit gemacht. Let’s do it!

Titelbild: Toni Cuenca

Fotos: Ryan Song

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