Warum dieser Artikel wichtig ist

Mit einer guten Infrastruktur zum Aufladen von Elektroautos wird sich die neue Technik schneller durchsetzen. Dadurch brauchen wir weniger fossile Brennstoffe und verringern unseren CO2 Ausstoß.

 

Wenn ich ein Elektroauto in der Stadt sehe, schaue ich mit großen Augen hinterher. Zum Teil aus Bewunderung für die neue Technik, die unsere Städte sauberer, leiser und lebenswerter machen wird. Zum Anderen aber auch aus einer Art Ungläubigkeit heraus und mit großem Respekt gegenüber dem Fahrer. Schließlich handelt es sich bei jedem, der ein E-Auto kauft, um einen echten Abenteurer, dessen Entscheidung für den Elektroantrieb vor allem mit jeder Menge Hürden zu tun hat.

Die Größte von allen ist dabei die fehlende Infrastruktur zum Nachladen der Fahrzeuge. In Berlin gibt es zurzeit gerade mal 147 Ladesäulen für rund 1450 Elektroautos. Wer hat da schon Lust ständig nach einem freien Ladeplatz in der Stadt zu suchen? Es braucht neue und innovative Ideen, um uns Bürgern den Umstieg aufs Elektroauto einfacher zu machen.

viertel_vor_ubitrictity-7
viertel_vor_ubitrictity-2
ubitricity-RGB-6107

Ein besonders guter stammt vom Berliner Startup Ubitricity. Das Unternehmen kam auf die geniale Idee, eine bereits vorhandene Infrastruktur zu nutzen und Elektroautos zur Verfügung zu stellen: Straßenlaternen. Die sind schon an den Stromkreis angeschlossen, überall im Stadtgebiet zu finden und können durch eine relativ einfache und günstige Umbaumaßnahme mit eine Steckdose ergänzt werden. Alles, was der Fahrer eines Elektroautos dann noch braucht, ist ein sogenanntes SmartCabel. Im Gegensatz zu statischen Modellen ist hier der Stromzähler direkt ins Kabel eingebaut und braucht nicht aufwendig in der vor Ort Station installiert werden. Der Fahrer rechnet die Stromkosten des Ladens, ähnlich wie zu Hause, mit einem Stromanbieter seiner Wahl ab und erhält eine monatliche Kostenübersicht.

viertel_vor_ubitrictity-1
viertel_vor_ubitrictity-6

Das Konzept ist so einfach, dass es tatsächlich das Potenzial hat, das Infrastruktur-Problem zu lösen. Das haben jetzt auch schon erste Städte erkannt und investieren in die neue Idee. Wie Alexa Thiele von Ubitricity im Gespräch mit Viertel \ Vor bestätigt, testet zum Beispiel London das neue Ladekonzept in einigen Straßenzügen seiner Innenstadt. Neben Städten und Kommunen steht es aber auch Privatpersonen und Unternehmen zur Verfügung. Für die bietet Ubitricity SimpleSocket an. Dabei handelt es sich um einfache Stromsteckdosen für Elektroautos, die auch unabhängig von Straßenlaternen überall installiert werden können. Auch hier erfolgt die Abrechnung über das SmartCable.

viertel_vor_ubitrictity-3
viertel_vor_ubitrictity-8

Wir sind gespannt, ob es Ubitricity mit dieser innovativen Idee gelingt, den Elektroautos zum Durchbruch zu verhelfen. Genügend Potenzial dafür hätte das System in jedem Fall.

FOTOS: Marcus Werner

Ein Kommentar

  1. Elmar Cunskis

    Dieses Prinzip funktioniert aber nicht mit erneuerbarer Energie!

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*