Wir beschäftigen uns hier auf Viertel \ Vor immer wieder mit Landwirtschaft. Warum? Weil ungefähr 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen direkt oder indirekt mit der Art und Weise, wie wir essen, unsere Lebensmittel transportieren, wegwerfen und herstellen und der damit einhergehenden Nutzung von Land verbunden sind. Für uns Städter ist das meistens sehr abstrakt. Wir können ja schließlich zu fast jeder Jahreszeit in volle Einkaufsregale greifen und auch noch die exotischsten Früchte kaufen. Wo diese herkommen und wie sie produziert werden, wird dabei gern hinter einer großen, bunten Werbetafel versteckt – und ist uns meisten auch irgendwie egal, schmecken muss es.

Dabei ist die Art und Weise, wie wir unsere Landwirtschaft gestalten von essentieller Bedeutung für unsere Zukunft. Um die bald neun Milliarden Menschen auf dieser Welt auch in Zukunft versorgen zu können, müssen wir wieder lernen, uns besser um unsere Böden und deren Erzeugnisse zu kümmern.

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Genau hier setzt das Projekt „2000 m²“ an. So viel Fläche steht nämlich jedem Erdenbürger im Jahr zur Verfügung. Auf diesen 2000 Quadratmetern muss alles wachsen, was ein Mensch innerhalb von einem Jahr verbraucht –  vom Obst und Gemüse, über Getreide und Futterpflanzen für die Tiere, bis hin zur Baumwolle für unsere Klamotten oder Kaffee für unseren Espresso.

Wie diese Ackerfläche heute tatsächlich aufgeteilt ist, zeigt der 2000 Quadratmeter große Weltacker, der am 7. Mai auf der IGA in Berlin eröffnet. Hier kann man maßstabsgetreu sehen, wie groß die Anteile der einzelnen Kulturen sind, die weltweit angebaut werden. Lernen kann man dabei sehr viel. Über die Hälfte wäre zum Beispiel mit großen Monokulturen von vier Früchten bestellt: Weizen, Mais, Reis und Soja. Diese werden meistens nicht mal für uns Menschen angebaut, sondern vielmehr um daraus Tierfutter, Energie oder Sprit zu erzeugen. Auch interessant: Um die zirka 2000 Kilokalorien abzudecken, die jeder Mensch täglich braucht, müssen etwa 4600 Kilokalorien vom Acker geerntet werden. Die Differenz landet auf dem Müll, weil sie nicht perfekt aussieht, oder wir mehr kaufen, als wir eigentlich essen.

Wer mehr zum Thema erfahren will, dem empfehlen wir einen Abstecher auf die sehr informative „2000 m²“-Website oder gleich einen Ausflug direkt zum Weltacker nach Berlin.

Fotos und Illustration: via „2000 m²

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