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Wer während der Fashion Revolution Week in den sozialen Medien unterwegs ist, dem dürfte bereits das Hashtag #whomademyclothes aufgefallen sein. Die Frage, die derzeit so erfreulich viele Menschen stellen, richtet sich an eine selbst gewählte Brand und soll so Aufmerksamkeit auf die meist anonymen Produzenten unserer Klamotten richten.

Wir selbst haben auf Instagram H&M und Armedangels gefragt, wer unsere Rollkragenpullis genäht hat. Und die Kölner Brand hat uns quasi sofort geantwortet. Dabei verweist Armedangels auf die Webseite, auf der jeder, der mehr über die eco-fairen Herstellungsbedingungen der Marke wissen möchte, einen sehr guten Blick hinter die Kulissen der Produktion in der Türkei und in Indien bekommt. Auf dem, by the way, gerade frisch gelaunchten, Brand-Blog mit dem Motto „Nothing to hide“ finden sich zudem andere passende Themen wie ein Artikel über Bio-Baumwolle oder die Antwort auf die Frage, was ein Sustainability-Manager eigentlich so tut.

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Damit macht Armedangels genau das, was bisher viele interessierte Verbraucher vermissen. Sie zeigen die Menschen hinter den Kleidern. Mit diesem relativ einfachen Schritt schafft das Unternehmen drei wichtige Dinge, die konventionelle Unternehmen nicht mal durch ein noch so großes Marketing-Budget realisieren können: es baut Vertrauen zur Brand auf, es personalisiert die Klamotten und lädt sie mit einer Geschichte auf und es steigert die Wertigkeit des jeweiligen Teils.

Gerade der letzte Punkt ist für die zunehmend geringere Wertschätzung von Textilien in unserer Gesellschaft wichtig. Anna hat beim Kick Off zur Fashion Revolution Week in ihrem Interview mit i-D gesagt: „Baumwolle ist eine Pflanze und muss angebaut, gegossen und geerntet werden. So wird einem bewusst, was für einen weiten Weg ein T-Shirt gegangen ist und wie viel es eigentlich wert sein sollte.“

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bera-1 Wie viel Prozess, Arbeit, Zeit und Ressource wirklich in unseren Basics oder Lieblingsteilen steckt, gerät all zu leicht in Vergessenheit. Dabei hat die gesamte Produktionskette einen Wert. Wenn wir lernen diesen Wert wieder zu schätzen, dann tragen wir unsere Klamotten auch wieder anders. Die Transparenz, die Armedangels mit seiner Offenheit, Philosophie und auch mit dem neuen Blog vorlegt sollte ein Vorbild für andere Unternehmen sein und eine Chance zur Kundenbindung für jedes Unternehmen.

Auf die Antwort von H&M, das zweite Unternehmen, das wir mit unserem „Wo Made My Clothes“-Foto nach den Herstellern beziehungsweise Herstellungsbedingungen der Conscious Collection gefragt haben, warten wir übrigens noch. Im vergangenen Jahr hat es von dem Unternehmen kaum Antworten gegeben. Wir hoffen dieses Jahr auf Neuigkeiten!

FOTOS: Armedangels

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