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Warum wir uns als Umweltfreunde mit Kraftfahrzeugen auseinandersetzen? Weil knapp 18 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr erzeugt werden. Und weil das wirklich nicht mehr sein muss. Denn obwohl Reichweiten und Lademöglichkeiten allgemein noch ausbaufähig sind, gibt es sie ja schon: Elektroautos, die eine echte Alternative zu den stinkigen Verbrennern bieten – solange sie mit Strom aus erneuerbaren Quellen fahren, natürlich. Genug grüne Energie dafür wäre in Deutschland schon jetzt vorhanden.

Und noch etwas anderes ist uns jetzt schon klar: Elektrisch zu fahren macht Spaß! Das bestätigte sich zuletzt in Toulouse, wo jüngst die neuen smarts fortwo und forfour electriv drive vorgestellt wurden. Nach einer fröhlichen Probefahrt mit französischer Frühlingssonne, Kaffee und Croissant hat Anna mit Rouven Remp, Produktmanager von smart electric drive, gesprochen:

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Hi Rouven, wer nachhaltig lebt fragt sich immer: Braucht man wirklich ein Auto in der Stadt? Es gibt ja öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad.

Das ist eben die Frage! Viele wollen ein Auto nutzen, wenn sie in Randlage leben, Personen oder Dinge transportieren müssen. Wir glauben aber, dass der langfristige Trend gerade in größeren Städten in der Tat eher dahin geht, die Citys autofrei zu halten.

Dazu wäre ja auch Carsharing, ähnlich dem Elektro-car2go-System in Stuttgart, ein Weg. 

Genau. Dahingehend nimmt die Nachfrage nach Elektro-Flotten auch in anderen Städten zu. Und nur weil es bisher noch viele car2go mit Verbrennungsmotoren gibt, heißt das nicht, dass das bis zum Sankt Nimmerleinstag so bleiben muss. Im Gegenteil!

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Der Nachfrage wird von smart-Seite aus also stattgegeben?

Ich sag mal, wir sind vorbereitet. Bei der Produktion in Hambach laufen Verbrenner und E-Autos über das gleiche Band, von unserer Seite aus wäre es also schnell möglich, eine wachsende Elektro-Nachfrage zu bedienen. Nicht unbedingt von Null auf Hundert, sondern eher über ein Infleeting-Programm, das mit 20 Prozent beginnt und dann Stück für Stück weiter austauscht. Aber darauf bereiten wir uns vor, ja.

Wie?

Indem wir die Learnings aus den bisher versorgten Städten mitnehmen. Wir gucken gerade: Was wird gebraucht, welche Lademöglichkeiten müssen wir installieren und so weiter. car2go ist die große Lösung. Und die ist gut, keine Frage. Aber es gibt auch viele Städte und Gemeinden, in denen es keine Flotte gibt oder geben wird, weil die Auslastung einfach zu gering wäre. Deswegen bieten wir ab diesem Frühjahr etwas Neues an.

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Wir haben da schon was läuten hören… Erzähl!

smart ready to share. Privates Car-Sharing für alle, die ein Auto besitzen aber nicht jeden Tag fahren wollen. Mit der dazugehörigen Software definiert man eine Homezone, in der man das Auto für andere verfügbar machen kann. Dabei gibt es die Möglichkeit, einzelne Tage zu blocken und zu entscheiden, ob die Mitnutzer dafür zahlen sollen oder nicht. Das System funktioniert also geschäftlich und unter Freunden oder innerfamiliär. Und die Hardwere lässt sich auch verdeckter einbauen, als beim car2go bisher üblich. Außerdem wird die Reaktionszeit besonders schnell sein, damit niemand lange im Regen stehen und umständlich einchecken muss. Das Ganze wird dann auch in Städten angeboten, in denen es schon car2go gibt. Die Betalaunch-Phase ist für Berlin, Stuttgart, Köln und Bonn geplant.

Und im smart natürlich. Oder ist ready to share mit jedem beliebigen E-Auto nutzbar?

Gedacht ist das System für den smart fortwo und den smart forfour. Und aus der Idee, das Auto mit dem Telefon aufmachen zu können, ergeben sich viele weitere Möglichkeiten. Paketsendungen darin abzulegen zum Beispiel oder Reinigung oder Werkzeugservice.

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Wir glauben, ja, dass sich außerdem auch viele Fahrer jetzt schon gern über Carsharing an Elektroautos heran tasten – und so dann auch den besonderen Fahrspaß entdecken.

Das kann gut sein. Anfangs fahren die meisten recht vorsichtig, voll im Eco-Modus und mit dem Gefühl, sich im E-Auto auch besonders ökonomisch verhalten zu müssen. Dann geht’s mit 75 Prozent nach Hause und wieder an die Batterie. Aber nach zwei drei Wochen setzt eine gewisse Entspanntheit ein.

Zum Glück! Ich persönlich halte elektronisches Fahren ja für ein besonders sportliches Gefühl!

Und das ist der entscheidende Punkt! Das Auto wird am Ende über die Dynamik verkauft – über den Spaß, den man damit haben kann.

Genau. Sowohl Elektromobilität als besonders auch Carsharing finden wir natürlich super. Aber macht smart sich mit letzterem auf ganz lange Sicht nicht den eigenen Markt kaputt?

Nein. Denn der Trend geht wie gesagt ganz sicher dahin, dass immer weniger Leute in den großen Städten ein eigenes Auto haben werden. Wir wissen, dass die Zahl derer, die heute einen Führerschein hat gerade in den jungen Altersklassen gleich geblieben ist, aber die Zahl derer, die ein eigenes Auto haben, nimmt deutlich ab. Und mit diesem Carsharing-Angebot schließen wir zumindest mal die Lücke zu „ich hab gar kein Auto gekauft“. smart wird damit an Marktanteil gewinnen.

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FOTOS: Anna Schunck, smart

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