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viertelvormag_ecosessions_berlin-2Ob wild oder gemütlich, das Wochenende wirkt immer noch nach – und  Montag ist eigentlich nicht unbedingt der prädestinierteste Tag für einen Event in der Hauptstadt. Umso schöner, dass gestern Abend ein ganzer Laden voll Leute zur ersten offiziellen EcoSession, der länderübergreifenden Talk-Veranstaltung von Magnifeco, in Berlin kam: eine gute, gut gelaunte Mischung an Menschen aus dem Design- und Craft-Bereich, an Nachhaltigkeit Interessierten oder schlicht solchen, die sich gerne gut anziehen.

Auf dem Panel sprach Anna zum Thema Mode und Handwerkskunst in perfekt zum Inhalt passenden Umfeld im Untergeschoss des Kreuzberger Folkdays-Stores mit Gründerin Lisa Jaspers und Schauspielerin und Eco-Store-Besitzerin Inez Bjørg David. Zusammenfassung: Handwerk und damit einhergehend auch nachhaltige und faire Modeproduktion braucht, wie so viele Themen aus dem sozialen und grünen Bereich, noch mehr Kommunikation nach außen. Vielen Konsumenten fehlt das Wissen und damit oft auch das erweiterte Interesse an Material und Herstellung.

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Kate Black vom englischen Eco-Blog Magnifeco (Zweite v.l.) und ihr Panel: Moderatorin Anna (v.l.), Inez und Lisa

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Beides zu wecken funktioniert für Lisa vor allem über Storytelling. Unternehmen und Designer, die fair herstellen, nutzten oft die hochwertigsten Naturmaterialien. Dies gelte es zu kommunizieren – möglichst mit einer ganz eigenen Sprache, die dann für individuelle Platzierung am Markt sorge. Ein Seidenschal mit schiefer Kante sei beispielsweise nicht nur ein Unikat, er zeige eben auch eine Geschichte. Und wenn es nur sei, dass der Hersteller einen schlechten Tag hatte.

Auch Inez macht nicht nur über ihren Store Miwai, sondern unter anderem bewusst auch in den Mainstream-Medien und unter ihren Kollegen auf das Thema faire Herstellung aufmerksam. Dass vernünftige und nachhaltige Fertigung bei der Masse ankommt, hält sie trotz eigenem Aktivismus aber für nahezu ausgeschlossen.

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An diesem Punkt greift Lisas Forderung nach politischen Lösungen. Anstelle von diffusen Selbstverpflichtungen wünsche sie sich Produktionsstandards mit gesetzlicher Verpflichtung – und das möglichst länderübergreifend. Denn bisher gelten in vielen Herstellungsländern für konventionelle Kleidung viel laschere Menschenrechte, als bei den Auftraggebern bei uns oder in Europa.

Kleineren Brands, die möglichst viel fair produzieren lassen wollen, raten beide Expertinnen, weniger Trends hinterherlaufen zu wollen und stattdessen individueller, sprich langlebiger zu entwerfen.

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Helfen könne dabei nicht zuletzt immer auch Vernetzung. Möglichkeiten dazu wollen die Mitveranstalter, Marthe Hentschel von Sourcebook und Max Gilgenmann, auch über die EcoSessions hinaus bieten. Und Events wie der Talk gestern zeigen: Das funktioniert immer mehr. Am Ende ist immer Gespräch das Thema. Und zwar nicht nur unter den Leuten, die sich, wie Lisa so schön sagt „voll rein nerden“, sondern auch und gerade mit denen, die das nicht tun oder auch gar nicht tun möchten. Neben Info und Aufklärung geht es doch vor allem immer um Produkte. Und die müssen gut sein – auch und besonders, wenn sie handgemacht, fair und nachhaltig sind.

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FOTOS: Marcus Werner

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