Köln, Ehrenstraße – ein Wort, das dominiert: Sale. Gerade gibt es nicht nur auf der Einkaufsstraße der Stadt in fast jedem Laden fast alles für weniger. Ob Einzelhandel oder online, im Januar ist überwiegend Ausverkauf. Mit einer Ausnahme: Funktionschnitt. Die nachhaltige Basic-Brand hat sich nicht nur dazu entschieden, auf Dumpingpreise zu verzichten, sondern auch beschlossen, diese Entscheidung prominent zu propagieren. „Kein Sale“ steht in großen Buchstaben im Schaufenster. Mutig!

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Denn ganz ehrlich, klar lassen wir uns alle gern von einem potenziellen Schnäppchen anlocken. Und klar sind wir froh, wenn wir hier und da Mal etwas günstiger kriegen können. Nur sollte die Betonung eben auf dem „hier und da“ liegen. Und eher nicht zu einem „immer“ werden. Denn natürlich spiegelt der Sale keine realistischen Preise wieder. Weder für den Store, der ihn anbietet, noch für Material und Herstellung.

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„Zu viel Sale führt dazu, dass den Kunden der wahre Wert eines Produktes nicht mehr bewusst ist“, sagt Funktionschnitt-Geschäftsführer Peter Dirski. Für ihn ginge es nicht, dass gerade im Modebereich bei vielen das komplette Geschäftsmodell nur auf Sale aufgebaut ist. „Allein aus geschäftlicher Sicht wäre es viel besser, weniger einzukaufen, für weniger Überproduktion zu sorgen und die Preise länger zu halten. Von den Folgen für die Umwelt mal ganz abgesehen“, sagt Peter. Wenn überhaupt, dann würde Sale im Sinne von Schlussverkauf noch hin und wieder Sinn machen, wenn man Saisonprodukte verkauft. „Unsere Shirts gibt es aber durchgehend, sie sind zeitlos und kosten uns auch immer das Gleiche. Da gibt es für Sale gar keinen Grund.“ Recht hat er! Im Fall von Funktionschnitt würden potenzielle Preissenkungen allein aus dem Druck des allgemeinen Dauerreduzierens entstehen. Und genau diesem Druck beugt sich die Brand bewusst nicht.

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„Ob wir’s wirklich so plakativ kommunizieren wollen, da mussten wir dann aber doch noch kurz drüber nachdenken“, verriet uns Peter schon vor zwei Wochen auf der Berliner Modemesse Premium. Schließlich ist das Schaufensterschild für viele wahrscheinlich eher keine Einladung den Laden zu stürmen. Umso richtiger und wichtiger finden wir, dass es mittlerweile tatsächlich mitten auf der (Fast-)Fashion-Meile prangt. „Klar haben wir auch ein bisschen Angst, dass wir auch Kunden abschrecken könnten“, sagt Peter. „Bisher haben wir aber die Erfahrung gemacht, dass die meisten unsere Entscheidung nachvollziehen können.“

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Eine Entscheidung, die bestenfalls auch zu (noch) mehr Interesse an Transparenz führt. „Unser Kein-Sale soll natürlich neben den ganzen Sale-Schildern Aufmerksamkeit auf sich ziehen und den Kunden ermutigen, darüber nachzudenken – und bei uns nachzufragen. Wir klären nicht nur darüber auf, warum es bei uns keinen Sale gibt, sondern auch über Material und Herstellung.“

Gerade Letzteres haben die beiden Jungs von Funktionschnitt von Anfang an perfektioniert. In ihrem Store und auch am Messestand kann jeder, der mag, zum Beispiel rohe und verarbeitete Baumwolle anfassen, schick designte Schilder informieren über jedes Material, dessen Entstehung und dessen Vorteile beim Tragen. Wir beispielsweise haben auf der Premium gelernt, dass SeaCell die Haut schützt und dass man in Tencel | Lyocell quasi nicht mehr schwitzt.

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Gute Erkenntnis – noch bessere Erkenntnis: Wie stilvoll und lässig und ganz ohne erhobenen Zeigefinger man einfach Mal ein Statement setzen kann. Herzlichen Glückwunsch, Funktionschnitt! Zur Aktion, schon klar. Aber vor allem auch zum Geburtstag. Denn zufällig feiert der Store auf der Ehrenstraße heute sein einjähriges Bestehen. Just in case you wonder: Jubiläums-Angebote gibt es nicht.

Dafür gibt’s am 8. Februar ein Event mit Livemusik und Getränken für alle Freunde von Funktionschnitt im Store, Ehrenstraße 84.

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FOTOS: Marcus Werner / Funktionschnitt

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