Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch. – Niklas Schinerl / Greenpeace

Stimmt, da war ja was: Nachhaltigkeit betrifft jeden Lebensbereich, auch den, den man nicht sofort auf dem Plan hat. So wie das vergnügte Surfen im Internet zum Beispiel. Denn natürlich verbrauchen all unsere Anfragen an Google, oder das Streamen von Music und Videos, jede Menge Strom. Die Server der großen Dienste müssen ja irgendwie am Laufen gehalten werden.

Da wir als Nutzer jedoch nur wenig Einfluss auf die Aktivitäten der Internet-Riesen haben, ist es umso wichtiger, dass die großen Unternehmen erkennen, wie wichtig ihre Rolle beim Thema Nachhaltigkeit ist. Die gute Nachricht: laut der neuen Greenpeace Studie „Grüner Klicken“ sind die wichtigsten Firmen auch führend bei der Umsetzung des Ziels, ihre Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Am Vorbildlichsten ist dabei Apple, die schon heute 83 Prozent grünen Strom verwenden. Gefolgt wird Apple von Facebook mit 67 Prozent und Google mit 56 Prozent.

Bildschirmfoto 2017-01-13 um 11.45.28

Das war nicht immer so. Noch 2012 setzte Apple auf Kohle und Atomkraft und hatte nur 15 Prozent Erneuerbare im Portfolio. Also einmal Applaus für Apple bitte! Weniger gut sieht es jedoch bei Amazon aus. Deren Impact auf den Stromverbrauch im Internet ist enorm. Vor allem weil datenintensive Webdienste wie Netflix, Spotify oder Pinterest über Amazons AWS Server laufen. Allein Netflix macht in Nordamerika ein Drittel des Internetverkehrs aus. Die ständig wachsenden Serverfarmen von Amazon in Virginia (USA) werden laut Greenpeace immer noch mit Kohlestrom versorgt.

Trotz dessen scheint die Internet-Industrie ihre Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit ernst zu nehmen. Viele Unternehmen setzen immer wieder neue Standards und nutzen ihre Möglichkeiten, positiven Einfluss auf die Politik und ihre Zulieferer auszuüben. Wenn sich das auch auf andere Industriezweige ausweitet, kommen wir in Sachen Nachhaltigkeit ein wichtiges Stück weiter.

Eine deutsche Zusammenfassung der Greenpeace Studie könnt Ihr Euch hier anschauen.

3 Kommentare

  1. Interessanter Artikel ihr Lieben! Da bekommt man direkt ein schlechtes Gewissen wenn man frei hat und Filme schaur :/…. man muss echt auf alles achten
    Mich würde nur interessieren ob es dann nachhaltiger ist einen Film auf Netflix zu schauen oder sich die DVD zu kaufen?! Bei einer DVD braucht es ja auch Energie für die Produktion und sie erzeugt Müll wenn sie nicht mehr geht und weggeworfen wird… Aber wahrscheinlich kann man es nicht richtig machen.

    Liebe Grüße,
    Marisa

    http://www.myfairladies.net

    • Marcus Werner

      Hey Marisa, ja, das haben wir uns auch gedacht und waren überrascht, wieviel Strom da tatsächlich verbraucht wird. Ich denke Streamen ist immer noch besser, weil nichts hergestellt werden muss. Das Entscheidende ist, dass die Unternehmen mehr erneuerbare Energie dafür verwenden. Dann kannst Du auch fast so viel streamen, wie Du willst 😉 Liebe Grüße, Marcus

  2. Lieber Marcus,

    danke für den interessanten Beitrag, ich habe darüber Anfang 2012 mal eine Hausarbeit geschrieben. Es hat sich einiges getan, doch muss ich sagen, hätte ich gerade von Google inzwischen wesentlich mehr erwartet, da sie damals so ziemlich an der Spitze waren. Ich hoffe, dass Greenpeace hier ein wenig Druck ausüben wird! :)

    Liebe Grüße,
    Jule

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*