Nachhaltigkeit hier, Nachhaltigkeit da. Die Einschläge kommen immer näher und mittlerweile dürfte das Wort auch in der letzten Marketingabteilung der Republik angekommen sein. Das ist zwar auf der einen Seite gut, gleichzeitig aber auch ein bisschen gefährlich. Zu schnell wird Nachhaltigkeit dort nämlich zum Trend erklärt – und damit, so schnelllebig, wie Trends eben oft sind, in den Köpfen vieler auch dazu bereit erklärt, jederzeit durch den Nächsten ersetzt zu werden.

Doch wer Nachhaltigkeit für einen Trend hält, der hat nicht verstanden, um was es dabei eigentlich geht. Der Kern des Themas ist nämlich relativ schnell erklärt: Es geht um die Stabilisierung unseres Klimas durch eine Veränderung unserer Lebensweise. Und so eine Grundsatzveränderung setzt sich erfahrungsgemäß eben nicht, wie ein Trend, mal so eben von heute auf morgen durch. Sie ist ein Prozess, der Jahrhunderte oder Jahrtausende andauern kann – und in diesem Fall auch so lange andauern wird. Fakt ist: Diese Veränderung in Richtung Nachhaltigkeit wird uns bis zum Ende unser aller Leben begleiten. Und mehr noch: Von Jahr zu Jahr werden wir intensiver damit konfrontiert. Das heißt: Wir werden lernen müssen mit einer sich verändernden Umwelt zu leben. Und damit meinen wir nicht die Umstellung auf Mehrwegbecher oder den Verzicht auf Plastiktüten. Es geht um weit ernsthaftere Einschnitte. Um Folgen von Dürren, den drastischen Anstieg des Meeresspiegels und um einen Kollaps der Ressourcen. All das wird uns alle betreffen. Wir können uns dem nicht entziehen.

viertelvormag-marcuswerner-ohne-laden-muenchen-19viertelvormag_danielschwartz-10

viertelvormag-marcuswerner-simon-mcgowan-1 viertelvormag-marcuswerner-quartiermeister-10 14712661_860203270745988_5746824464712360421_o

Deshalb ist Nachhaltigkeit kein Trend, dem erst einige und dann viele aus Spaß folgen. Klimabewusst zu leben ist eine Notwendigkeit. Unser Leben nachhaltig zu verändern bedeutet alles dafür zu tun, dass der Impact unseres verschwenderischen Lifestyles so weit wie möglich abgefedert wird. Das können wir im Kleinen für uns selbst machen. Das ist ein Anfang, und dieser Anfang ist vielleicht wirklich sowas ähnliches wie ein Trend. Was es darüber hinaus aber vielmehr braucht, ist ein kollektives Bewusstsein für das, was gerade passiert. Wir müssen uns über die Folgen unserer Entscheidungen klar werden – und diese nachhaltig, das heißt auf Dauer ändern. Jetzt! Und für immer.

Wir können diesen vermeintlichen Trend schlicht gar nicht gegen einen neuen ersetzen. Stattdessen wird uns Nachhaltigkeit noch so richtig auf die Nerven gehen. Wir werden das Wort nicht mehr hören können, wir werden uns neue Bezeichnungen überlegen. Doch das ändert nichts an den Tatsachen. Unserem Klima ist es egal, wie wir was benennen. Es wird ab sofort so oder so Jahr für Jahr die Schrauben fester anziehen – und es wird die nächsten Jahrtausende auch nicht damit aufhören.

Die Grundlage dafür, wie wir, unsere Kinder, Enkel und Urenkel in Zukunft leben werden, legen wir in diesem Moment und mit der Entscheidung, die wir jetzt gleich als nächstes Treffen werden. Wir legen sie damit, ob wir unser Essen in Plastik einpacken lassen oder besser vor Ort essen, ob unsere Energie aus Braunkohle gewonnen wird oder aus Solarzellen, ob wir uns für Fleisch entscheiden oder für Gemüse, ob wir das Flugzeug nehmen oder den Zug. Alles was ab jetzt zählt ist, unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Und zwar jeden Tag.

 

el-rojito-foto-peter-bauer kleiderei-portraits-1

c-hr_berlin_2-0272viertelvor-marcuswerner-greenfashionweek-berlin-2016-1313590360_258317104539477_7132288986431899546_n

Gestaltung ist dabei auch das wichtigste Stichwort in Bezug auf Nachhaltigkeit. Es eröffnet uns nämlich die Möglichkeit aktiv nach Alternativen zu suchen, die zum Beispiel unabhängig von den gelernten Varianten des Konsums sind. Dass dies funktioniert, sehen wir bei VIERTEL \ VOR jeden Tag anhand vieler innovativer Projekte und inspirierender Frauen und Männer (Klickt die Bilder, um die jeweiligen Artikel zu lesen). Und je mehr Menschen Nachhaltigkeit daher wirklich verstehen, desto größer wird die Power, die diese alternativen Konzepte haben und desto größer wird deren positiver Einfluss auf das Klima.

Ihr braucht noch Vorsätze für 2017? Jetzt ist der Zeitpunkt, sich dieser Bewegung anzuschließen und sein Leben nachhaltig zu ändern – denn: Trends kommen und gehen. Nachhaltigkeit bleibt.

viertelvor-marcuswerner-greenfashionweek-berlin-2016-16marcus-werner-shesmercedes-oslo-1

viertelvor-marcuswerner-greenfashionweek-berlin-2016-40

viertel-vor-nextorganic-2016-messe-berlin-bio-öko-38

viertel-vor-stadtbienen-erika-mayr-photo-marcus-werner-37

marcus-werner-shesmercedes-oslo-7 marcus-werner-shesmercedes-oslo-26    marcuswerner-viertelvor-interview-6 viertelvor-marcuswerner-greenfashionweek-berlin-2016-24viertelvor-marcuswerner-kaffeeform-julianlechner-9    viertelvor-marcuswerner-greenfashionweek-berlin-2016-30 viertelvor-meinekleinefarm-marcuswerner-22 viertelvor-vollkern-baeckerei-rohrlack-13 viertel-vor-nextorganic-2016-messe-berlin-bio-öko

marcuswerner_viertelvor_rethinknation-1 viertel-vor-nextorganic-2016-messe-berlin-bio-öko-18

TEXT und FOTOS: Marcus Werner

Ein Kommentar

  1. Pingback: THE SOONER NOW: MIT DÖRTE LANGE, PERRET SCHAAD UND MINI IM GESPRÄCH ÜBER MINDFUL FASHION - VIERTEL VOR

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*