Willkommen in der neuen Welt – in der es selbstverständlich ist, dass alles, was der Umwelt schadet, auch mehr kostet. Denn genau das ist der Weg, den wir gehen müssen, wenn wir es auch nur ansatzweise ernst meinen mit der Rettung unseres Klimas. Und das meinen wir doch, oder?

Klar, dass dieser Weg trotzdem nicht besonders populärer ist und eine volle Breitseite an Angriffsfläche bietet. Das muss aktuell vor allem das Umweltbundesamt (UBA) erfahren. Die oberste deutsche Umweltbehörde hat nämlich gerade vorgeschlagen alle umweltschädlichen Subventionen konsequent abzubauen.

Wir finden das richtig! Und zwar auch wenn all das direkte Auswirkungen auf unseren Geldbeutel haben wird. So what?! Ein 39 Euro Billigflug in den Süden ist zwar auf den ersten Blick toll, aber gleichzeitig fragt sich doch eigentlich jeder, wie das funktionieren kann. Die Antwort ist, dass die Folgekosten, in diesem Fall die in Zukunft anfallenden Kosten auf Grund des Klimawandels, nicht die Verursacher selbst tragen, sondern indirekt auf die Gesellschaft verlagert werden. Und das heißt, dass wir in Zukunft für den Dreck von heute bezahlen müssen.

Richtig sensibel wird das ganze Thema erst, wenn es um Deutschlands liebstes Lebensmittel geht: Fleisch. Neben oben genannten Beispielen sind tierische Nahrungsmittel nämlich mit bis zu 10 Prozent an den nationalen Treibhausgas-Emissionen beteiligt. Noch konkreter wird es, wenn man sich die seit Jahren zu hohen Nitrat-Belastungen im Grundwasser anschaut. Diese sind eine Folge von zu intensiver Massentierhaltung und gefährden unsere Gesundheit noch viel direkter. Erst kürzlich hat die EU daher eine Klage gegen Deutschland eingereicht.

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Da tierische Lebensmittel bisher als Grundnahrungsmittel mit nur 7 Prozent besteuert werden, schlägt das Umweltbundesamt nun konsequenterweise vor, dass auf sie in Zukunft die üblichen 19 Prozent anfallen. OMG – das erinnert an Veggi-Day und linke Öko-Diktatur. Das sind natürlich einfache Reflexe, die jetzt durch alle politischen Lager, inklusive Grün, hallen. Allerdings sollen uns diejenigen, die jetzt laut schreien, mal die aktuellen 0,39 Cent Angebote pro Hundert Gramm Hackfleisch beim Discounter LIDL erklären. Dass hier auf der Grundlage unserer Zukunft gewirtschaftet wird, steht wohl außer Frage!

So gern tierische Lebensmittel doch von den meisten Deutschen konsumiert werden, sie sind ein wichtiger Hebel, um unseren Konsum und unsere Verhaltensweise nachhaltig zu ändern. Die potenziellen 5,2 Milliarden Euro, die durch die Anhebung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent eingenommen werden, könnten dazu dienen umweltfreundlichere Lebensmittel oder zum Beispiel den öffentlichen Nahverkehr im Gegenzug günstiger zu machen.

Solche Vorschläge brauchen Mut und wenn das Umweltbundesamt mit solchen Vorschlägen an die Öffentlichkeit tritt, dann ist der darauf folgende Shitstorm eines der besten Zeichen, dass sie ihren Job richtig machen. Denn das Wichtigste, was wir brauchen, sind Menschen, Politiker und Behörden, die progressiv neue Impulse setzen und die Folgen auf unsere Umwelt in der Agenda weit nach oben setzen. So geht eine nachhaltige Zukunft schon heute. Alles andere wird uns in ein paar Jahren nicht mehr nur Geld kosten.

umweltbundesamt

*Einen gesammelten Überblick über umweltschädliche Subventionen in Deutschland gibt es hier.

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