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Grau, grauer, November. Der Winter in Deutschland kann ziemlich dunkel, ziemlich lang und ziemlich kalt werden. Vor allem in Berlin! Und weil nicht jeder einen dicken Fairfashionmantel, eine nachhaltig produzierte Decke zum Einkuscheln oder schlicht und einfach ein festes Paar Schuhe hat, hat die schöne Mary Scherpe von stilinberlin eine noch schönere Kleidersammelaktion ins Leben gerufen: Am kommenden Freitag, 25. November, geht Warm Up in die dritte Runde. Heißt: Im dritten Jahr schon haben Berliner und Berlinerinnen die Möglichkeit, aussortierte Mäntel, Jacken, Stiefel und Schuhe an Geflüchtete und Obdachlose weiter zu geben.

Zwischen 17 und 19 Uhr sammeln Mary und ihr Team, das übrigens von der Grafikerin für den Flyer bis zu den Helfern vor Ort aus Ehrenamtlern besteht, die Kleiderspenden im Voo Store ein. Und wer gut erhaltene, saubere Sachen abgibt, hat nicht nur das Richtige getan – sondern auch noch die Chance auf Gewinne, Gewinne, Gewinne. Je nach Menge der gespendeten Sachen gibt’s ein oder mehrere Lotterie-Tickets für Gutschein-Preise von Mykita und New Tendency bis Aesop oder Nobelhart & Schmutzig. Und während ihr zufrieden in Euer warmes Zuhause geht, gehen die Kleiderspenden direkt an die Bürger*inneninitiative Kreuzberg hilft

Wie und warum sich Warm Up-Initiatorin Mary genau dafür entschieden hat? Wir haben Ihr vier Fragen gestellt:

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Warm Up 2015 – Mary Scherpe (r.) und ihre Helferinnen

Liebe Mary, wie kam’s zur Deinem Warm Up? Gab es einen bestimmten Moment in dem Du Dich entschieden hast die Sammelaktion zu initiieren? 

Das war 2013 auf dem Rückweg aus dem Sommerurlaub. Ich hatte schon immer Spendenaufrufe auf stilinberlin gepostet und die Arbeit von den Hilfsorganisationen, damals vor allem für Obdachlose, verfolgt – und mir gedacht, dass ich und mein Publikum einfach so viel Kram über haben. Fakt ist: Die meisten schmeissen ihre überzähligen Kleider einfach in die Sammelcontainer, die auf den Straßen stehen. Viele sind sich gar nicht bewusst darüber, dass die Sachen, die dort landen, nicht zwangsläufig an Bedürftige gegeben, sondern oft einfach weiterverkauft oder exportiert werden. Ich wollte eine simple Sammelaktion von den Menschen vor Ort, für Menschen vor Ort schaffen. Einen direkten Austausch von Ressourcen quasi. Eine Aktion, bei der die Kleider ganz sicher ankommen. Und eine mit großer Reichweite.

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Warum hast Du Dich als Ziel für Kreuzberg hilft entscheiden?

Der lokale Aspekt ist mir natürlich besonders wichtig. 2015 war Kreuzberg Hilft ein Verein, für den ich privat in der Geflüchtetenhilfe gearbeitet habe. Und da mir klar war, dass Warm Up 2 letztes Jahr zugunsten von Geflüchteten gehen soll, war die Wahl damals und auch diesmal schnell klar.

Generell brauche ich für die Aktion aber auch einen starken Partner, der wirklich mitarbeitet. Letztes Jahr haben wir über 800 Kilogramm Kleiderspenden gesammelt – das muss man auch erstmal lagern und verteilen können. Zum Glück hilft dabei auch dieses Jahr wieder Box at Work, welche die Logistik übernehmen.

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Wer Kleider spendet, kann hochwertige Gutscheine gewinnen. Brauchen Leute immer einen Anreiz, um Gutes zu tun – oder findest Du es einfach schön, bei der Gelegenheit quasi alle Beteiligten eine Freude zu machen?

Es ist eine Mischung aus beidem. Die Gutscheine als Los-Preise helfen auf jeden Fall, die Menschen zu motivieren, jetzt doch endlich mal den Kleiderschrank durchzuschauen und uns dann wirklich die aussortierten Sachen zu bringen. Und natürlich macht es auch Freude, Menschen zu beschenken. Es gewinnen oft diejenigen, die wirklich viel spenden, da sie ja auch mehr Lose bekommen – manche schleppen da wirklich säckeweise tolle, und gut erhaltene Sachen an, die sie zumteil auch in ihrem Freundeskreis gesammelt haben.

Natürlich kann man die Preise kritisieren. Dieses Good Feel des Events ist sicher nichts für jeden, aber ich sehe das pragmatisch: ich will diese Klamotten, weil ich weiß, dass sie gebraucht werden. Also kreiere ich Anreize und versuche es den Menschen das Spenden so einfach wie möglich zu machen. Gleichzeitig bin ich sehr streng in der Auswahl, ich sammle nur, was mit Kreuzberg hilft abgesprochen ist – Mäntel, Jacken, Schuhe und Stiefel für Frauen, Männer und Kinder.

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Zählt bei Warm up für Dich vor allem der soziale Aspekt? Oder findest Du es generell auch besser ausgediente Kleider weiterzugeben statt wegzuschmeißen?

Auf jeden Fall beides. Ich kenne es aus meinem Freundeskreis, dass die Leute, wenn sie ausmisten, selten die Geduld haben, sich über geeignete Spendenstellen zu informieren, geschweige denn, ihre Sachen dahin zu bringen. Meistens landen die Dinge dann im Müll oder in den besagten Containern. Gut erhaltene Kleider weg zu schmeissen ist aber schlicht und einfach Verschwendung.

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Verschwenden wollt auch Ihr lieber nichts? Dann packt Eure aussortierten, winterwarmen und möglichst frisch gewaschenen Jacken, Mäntel, Schuhe und Stiefel zusammen und kommt zu Warm Up 3

 

FOTOS: Ana Santl

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