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Das letzte Wochenende war ein kleines Highlight der VIERTEL \ VOR-Geschichte: Auf den Tag genau sechs Monate nach unserem Launch, hatten wir die Möglichkeit, unseren ersten Vortrag zu halten. Beim Green Blogger Meetup in Köln gab’s einen Tag lang Infos zu Fairfashion und Zero Waste, Blogger Relations und Monetarisierung sowie Workshops von Ernährung über Beauty bis Technik. Und dann eben auch einen Beitrag von uns. Zu einem Thema, das wir als Journalisten und Blogger wichtig finden – das aber auch für Konsumenten interessant ist. Here we go:

Nachhaltig allein reicht nicht aus! Was ein Produkt braucht, um wirklich etwas zu verändern

Nachhaltigkeit wird mehr und mehr zum Trend. Zum Glück! Viele ökologische Idealisten und neue Startups aber auch alteingesessene Brands und große Unternehmen stellen grüne Produkte her. Klar, dass wir das bei VIERTEL \ VOR grundsätzlich erstmal gut gut finden! Und klar, dass wir es als unsere Aufgabe sehen, neben inspirierenden Menschen, klaren Fakten und unserer Meinung, auch innovative Brands und Produkte auf unserer Seite zu pushen. Und zwar immer auch mit einem übergeordneten Ziel: Wir wollen, dass sinnvolle nachhaltiger Produkte auch im Mainstream ankommen. Denn nur dann kann sich unserer Meinung nach wirklich etwas verändern.

Problem: Auf dem Massenmarkt muss alles, was grün ist, gegen konventionelle Produkte antreten. Und dort haben nachhaltig und fair produzierende Unternehmen vom Start weg einen Nachteil. Schon allein, weil sie aufwendiger produzieren, sich teilweise noch mit Sigeln oder Zertifikaten auszeichnen lassen wollen oder müssen – und damit meistens teurer sind, als Fast-Fashion und andere Massenware.

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Viele Verbraucher sind da dann erstmal skeptisch. Denn die breite Öffentlichkeit entscheidet leider (noch) nicht allein nach Nachhaltigkeitskriterien. Heißt: Dass etwas recycelt oder upgegcycelt ist, unter besonders umweltfreundlichen oder fairen Bedingungen hergestellt wurde, interessiert den Mainstream schlicht und einfach nicht – zumindest nicht in erster Linie.

Nachhaltigkeit allein reicht deshalb nicht aus. Um endlich aus der Nische heraus zu treten und noch mehr Menschen zu erreichen, muss ein grünes Produkt noch andere Kriterien erfüllen, als “nur“ grün zu sein.

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Was zieht? Die Kriterien des Mainstream-Käufers

Welche das sind, lässt sich recht schnell an einfachen Beispielen aufzeigen:

  • Smartphones – mit dem iPhone hat Apple Konkurrenten wie Nokia oder Blackberry schlicht und einfach vom Markt verbannt. Warum? Weil das neue iPhone ganz klar das bessere Produkt war. Es ist leicht zu bedienen, bequem und es sieht gut aus.
  • Statement-Brands – Menschen wollen zeigen, wer sie sind und zu welcher Gruppe sie sich zugehörig fühlen. Deshalb funktionieren etwa It-Bags und auch bestimmte Auto-Marken so besonders gut.

Wie blöd: Gute grüne Ideen – die sich nur schwer durchsetzen

Verbraucher wollen Statements setzen, sich abgleichen – oder schlicht das beste, bequemste Produkt. Beides schaffen nachhaltige Produkte noch zu selten oder schramm knapp dran vorbei:

  • Mehrweg-Kaffe-Becher – machen Sinn in Sachen Umwelt, sind im Vergleich zum gelernten Massenprodukt, dem Einweg-To-Go-Becher, aber vielen zu umständlich. Sie sind schwerer, müssen den ganzen Tag herum getragen werden und Reste laufen in der Tasche im Zweifel auch noch aus. Die gute Idee verliert gegen die Bequemlichkeit und Einfachheit des Pappbechers.
  • Elektroautos  – sind (noch) teurer als herkömmliche PKW, die Reichweite ist vielen zu kurz, das Laden dauert länger als Tanken und das Energienetz muss noch ausgebaut werden. Beim Verbraucher gewinnt das gelernte und bisher im Handling auch schlicht bessere Produkt.

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This is how we do it: Wer’s besser macht – und wieso

Besser ist es, einen Weg zu gehen, der eindeutig besser ist als der des nicht grünen Konkurrenten – oder einen, den die Verbraucher bestenfalls schon kennen.

  • Just Swap It – Der kluge Leih-Becher aus Berlin appelliert an Bequemlichkeit und Gewohnheit seiner Nutzer. Und nutzt mit dem Beispiel Pfandflasche ein Modell, dass alle schon kennen und akzeptiert haben. Damit hat der Leih-Becher eine echte Chance, sich auch in der breiten Masse durchzusetzen.
  • Elektromotoren für Boote – Die, bestenfalls mit Naturstrom betriebenen, Modelle haben ihren lauten, stark riechenden Benzin-Vorgängern einiges voraus. Sie sind leise und sie riechen nach nichts. Beides macht sich gut bei einem Ausflug auf dem See. Die Elektromotoren sind also schlicht das bessere Produkt. Und haben sich deshalb auf dem Markt längst durchgesetzt.
  • Statement Brands – Die Turnschuhmarke Veja macht es vor: Auch oder gerade mit grüner Mode lässt sich ein Statement setzen. Statt nachhaltige Materialien und faire Produktion in den Vordergrund zu stellen, setzt die Brand aus Paris voll aufs Design. Mit Erfolg. Mittlerweile erkennen Sneaker-Fans mit grüner Seele einander schon von weitem am großen V auf dem Schuh. Ähnlich funktioniert’s bei Fashion von Armedangels, Lanius oder Jan’n June, die sich vor allem mit Qualität und gutem Design durchsetzen.

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Und das heißt dann?

Traurig aber wahr, Nachhaltigkeit allein reicht nicht aus, damit sich sinnvolle und umweltbewusste Ideen im Mainstream durchsetzen. Wer als Brand wirklich etwas verändern will, muss besser sein als die Konkurrenz, praktischer oder in der Lage, ein echtes Statement zu setzen.

Also: Lasst uns mehr tun – lasst uns alle Aktivisten sein

Und bei all dem können und müssen wir als grüne Blogger helfen. Wir müssen mehr als einfach Schreiber sein. Lasst uns Aktivisten werden!  Und lasst uns vor allem die Ideen pushen, die wirklich eine Chance auf dem Massenmarkt haben – und damit die Chance, auch wirklich etwas zu verändern. Und lasst uns auch aktive Berater werden. Für Unternehmen und Visionäre, die wirklich bessere Produkte herstellen wollen!

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Wir bedanken uns von Herzen bei den strahlenden Organisatorinnen des ersten Green Blogger Meetups, bei allen Unterstützern des Events und vor allem bei allen, die dabei waren, die sich für nachhaltige Ideen und grüne Innovationen im Speziellen und für die Weltrettung im Allgemeinen interessieren. Let’s just do it!

 

TEXT: Anna Schunck // Marcus Werner

FOTOS: Kosta // Armedangels

4 Kommentare

  1. Toller Artikel und irgendwie sehr aufmunternd und motivierend, schön!

  2. Euer Vortrag war spitze und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt – danke, dass ihr da wart! 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  3. Wichtiges Thema! Ich denke auch, dass Viele die Bequemlichkeit und den Gewohnheitsdrang der Menschen unterschätzen. Wenn sich die Leute für das nachhaltige Produkt entscheiden sollen, dann müssen für sie gewisse Faktoren stimmen. Auch der Preis spielt hier eine wichtige Rolle.

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

  4. Pingback: Brandnews #9 - Nicetohave Mag

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