Ich hab da eine richtig gute Idee: Wir ärgern die ganzen Ökos da draußen und verkaufen Bio Obst und Gemüse ab jetzt nur noch in Plastik verpackt.

Say What?

Für uns ist es eigentlich keine Frage, ob wir (wenn schon im Supermarkt!) Bio kaufen oder nicht. Wir tun es einfach. Wir wollen, dass bei der Produktion unserer Lebensmittel bestimmte Richtlinien eingehalten werden, die besser für unsere Gesundheit, unsere Umwelt und die Hersteller sind. Das regelt die EU-Bio-Verordnung. Blöd nur, dass irgendwo zwischen Artikel 57 und 62 auch steht, dass sich Bio-Produkte im Supermarktregal klar von konventionell hergestellten Lebensmitteln unterscheiden müssen. Autsch!

Hier wird es ein bisschen verrückt und das eigentlich gut Gemeinte geht direkt nach hinten los. Das Beste, was den Supermärkten nämlich dazu eingefallen ist, ist die guten Bio-Sachen zur besseren Erkennung in Plastik einzuschweißen. Die Argumentation lautet: Die Bio Ware darf nicht mit dem konventionellen Obst und Gemüse in Berührung kommen, weil sie sonst durch deren Pestizide kontaminiert werden könnte. Zudem dient die Plastikverpackung dem Schutz vor Umwelteinflüssen beim Transport und überhaupt würden Kunden lieber in Plastik verpackte Lebensmittel kaufen als lose. Also wir jedenfalls nicht, lieber Einzelhandel.

Trotzdem stehen die Supermärkte vor einem Dilemma. Gurken sehen nämlich aus wie Gurken. Eine nicht gekennzeichnete konventionelle Gurke unterscheidet sich so gut wie gar nicht von einer Bio Gurke. Woher soll man als Verbraucher wissen, ob die unverpackte Gurke im Regal tatsächlich auch die Bio Gurke ist, oder ob nicht irgendjemand aus Versehen die konventionellen mit den ökologischen gemixt hat? Ein anderes Labeling zu verwenden scheint laut Handel nicht wirklich praktikabel zu sein. Dafür gibt es während des langen Transports zu viele Stationen auf dem Weg ins Regal.

Geht doch! Netto’s BioBio Tomaten kommen seit Kurzem in einer Pappschachtel.

Und doch machen es sich die Märkte damit zu einfach. Nur weil es bei Gurken etwas schwieriger ist, muss dies nicht für alle Produkte gelten. Schließlich beweist Netto, dass man Bio Ware sehr wohl anders verpacken kann – in Pappe zum Beispiel, wie bei ihren BioBio Tomaten. Wer auf Dauer also nicht weiter eine zunehmend kaufstarke Zielgruppe verprellen will, sollte weiter nach Alternativen zur Plastik-Verpackung suchen. Wir kaufen jedenfalls schon jetzt so viel wie möglich auf lokalen Wochenmärkten oder im Biomarkt. Da braucht man nämlich erst gar nicht zwischen Konventionell und Bio unterscheiden oder kann direkt beim Händler nachfragen. Das wäre auch die Antwort auf die Frage, wie man Plastik beim Einkaufen am Besten vermeiden kann. Man muss dafür nicht mehr tun, als ein bisschen umdenken. Das ist es auf jeden Fall wert!

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Ein Kommentar

  1. Guter Artikel, danke für die Aufklärung! Ich habe mich auch schon oft darüber aufgeregt, aber noch nie verstanden, womit das gerechtfertigt werden soll.

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