Eine Freundin von uns hat immer einen Löffel in der Handtasche. Den Ersten hat sie um ehrlich zu sein Mal irgendwo geklaut. Und dann ist es bei ihr irgendwie zur Tradition geworden. Warum klappt das eigentlich nicht bei uns allen? Schließlich ist so ein Löffel, oder noch besser eine Gabel, kaum sperriger oder schwerer als die Dinge, die man sonst im Alltag so mit sich herum trägt. Ein USB-Stick zum Beispiel, eine Packung Kaugummi, Lippenpflege oder eine Haarbürste. Und eine Gabel To Go wäre mindestens genau so sinnvoll! Vor allem aus Nachhaltigkeitsgründen. An dieser Stelle plädieren wir also offiziell fürs Besteck im Gepäck.

Den Anlass dazu gibt passenderweise eine Entscheidung aus dem Land des guten Essens: In Frankreich wurde Ende August ein Gesetz erlassen, das den Verkauf von Plastikbesteck, Plastikgeschirr und Plastikbechern verbietet. Bis 2020 haben Plastikproduzenten Zeit, sich an die neue Vorgabe anzupassen. Dann ist Schluss mit schmutzig. Heißt: Dann muss Einweggeschirr dort, wenn es denn überhaupt genutzt wird, biologisch abbaubar sein. Also zum Beispiel aus Maisstärke. Wie toll ist das denn?

Und wie sicher ist gleichzeitig, dass an dieser wie an fast jeder neuen (grünen) Entwicklung auch ein bisschen herumgemeckert wird? Wahrscheinlich ziemlich. Nicht nur vonseiten europäischer Verpackungsindustrielobbyisten wie beispielsweise Pack2Go, die das französische Gesetz als Verstoß gegen den freien Warentransport werten. Sondern auch von Verbrauchern, die sich (noch) nicht vorstellen können, auf eine Einweggabel zum Salat zwischendurch der auf ein Wegwerf-Löffelchen zum Eis zu verzichten. Da wär’s doch das Beste, sich einfach jetzt schon mal ein Beispiel an unserer besagten Freundin zu nehmen – und ab sofort immer, oder zumindest ab und zu, ein eigenes Besteck dabei zu haben.

Wir hoffen zwar auch auf ein Verbot in Deutschland, viel schöner (wenn auch idealistischer) wäre es aber doch, wenn’s freiwillig machbar wäre, weniger Plastikmüll zu produzieren. Das muss doch möglich sein! Immerhin verursacht Deutschland mit 11,7 Millionen Tonnen den meisten Plastikmüll in Europa. Nur 42 Prozent davon werden recycelt. Und der Rest? Vegetiert irgendwo vor sich hin. Denn verrotten oder natürlich abbauen kann Kunststoff sich ja bekanntlich auch über Jahrzehnte nicht. Jeder Pommespikser, den wir achtlos in den Müll werfen, ist nicht weg, er ist nur woanders! Warum also nicht einfach die besagte Gabel To Go einstecken? Sofort!

 

FOTO: Anna Schunck

4 Kommentare

  1. Pingback: Bestecktasche für unterwegs | FRide

  2. Pingback: GABEL TO GO – EIN FOLLOW-UP-TUTORIAL VON FRIde – VIERTEL VOR

  3. Pingback: GO GREENER: 11 EINFACHE TIPPS FÜR NACHHALTIGES REISEN - VIERTEL VOR

  4. Eine super Lösung ist auch der „Gabellöffel“. Eine Seite Gabel, eine Seite Löffel und sogar noch eine kleine Schneidekante als Messerersatz. Gewappnet für jede Situation mit nur einem Besteckteil! Das ist allerdings aus Plastik, aber sehr haltbar! Bei uns sind die Gabellöffel immer im Urlaubsgepäck und in meiner Schultasche wohnt auch einer ;).

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*