Für Unternehmen gibt es zurzeit kaum ein besseres Marketing als nachhaltiger und bewusster zu agieren. Jede noch so kleine Meldung, ob über den Verzicht auf den Verkauf von Plastiktüten, die Umstellung auf grüne Energie beim Transport oder über biologisch hergestellte Lebensmittel: Nachhaltig funktioniert! Jede noch so kleine News zur Step-by-Step Umstellung in Richtung Grün wird von den Konsumenten honoriert – und mit gefühlten Laola Wellen in den Social Media Kanälen gefeiert.

Schon ein minimaler Schritt, hin zu einem nachhaltigeren Ansatz bei Produktpalette oder Produktionsprozess, ermöglicht den Unternehmen heute mehr positive Aufmerksamkeit als die alte, oberflächliche Imagewerbung. Dass diese immer weniger funktioniert und online selbst bei den Werbern zu immer höherer Frustration und Ratlosigkeit führt, ist seit Jahren bekannt. Die Lösung des Problems wird hingegen immer klarer. Der Hamburger Trendforscher Dr. Peter Wippermann bringt es im Interview mit VIERTEL \ VOR auf den Punkt: Unternehmen müssen „Haltung machen, statt Werbung!“

Die Zeiten des „Alles immer“ haben bei den Konsumenten zu einer Selbstverständlichkeits-Haltung geführt, die immer schwerer zu aktivieren ist. Klassische Werbeversprechen, minimale Design-Upgrades, eine neue Farbe oder Künstler-Kollabo reichen nicht mehr aus und führen immer öfter zum Worst Case Szenario für die Vermarkter: zu Langeweile!

Dabei war es gefühlt nie einfacher für Unternehmen positive Aufmerksamkeit zu generieren als heute. Das Geheimnis heißt ganzheitlicher Ansatz. Es geht nicht mehr darum, ob ein Produkt in einem möglichst schönen Licht mit hübschen, lächelnden Menschen abgebildet wird, sondern schlicht und einfach darum, ob das Produkt gut ist. Und gut steht hier im unmittelbaren Zusammenhang mit nachhaltig: Wie wird es produziert? Welche Materialien werden benutzt? Wie sind die Transportwege? Kann man das Produkt recyceln? Kurz: Welchen Impact hat dieses Produkt auf unsere Welt?

Damit ergibt sich für die Unternehmen eine Vielzahl von neuen Kommunikationsmöglichkeiten und Ansprachen an ihre potenziellen Konsumenten. Eine neue Werbung wird daraus entstehen, eine Werbung, die weniger Werbung sein wird, und mehr eine glaubwürdige Geschichte über eine gutes Produkt. Wer das nicht versteht, wird in der neuen Welt bald zur alten Schule gehören, deren Image sich im Hochglanz der Werbefabrik pulverisiert.

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