Die Berliner Messe Next Organic ist nicht nur eine Schau für den Handel und eine Plattform für nachhaltige Start-ups, wie Querfeld, Too Good To Go und Co. Die Macher rücken ganz bewusst auch regionale und biologische Erzeuger aus dem Umland in den Mittelpunkt. Das Ziel: ein Zeichen setzen für Ökobilanz, Transparenz sowie für die (land-)wirtschaftliche Entwicklung in Berlin und Brandenburg. Mittendrin: Messe-Mitrganisator Michael Frühbis vom kulinarischen Netzwerk Cooks Connection. Wir haben ihm fünf Fragen gestellt.

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1. Lieber Michael, was war dieses Jahr Euer Ziel?

Die Gastronomie generell mit neuen Trends zu konfrontieren. Gerade sind das Paleo und Algen. Ein weiterer Schwerpunkt ist aber vor allem das Thema Regionalität. Siegel und Zertifizierungen geben Orientierung. Aber für die Kunden wird immer wichtiger, wo Lebensmittel herkommen und wer sie produziert hat.

2. Und deshalb wollt Ihr auch politisch etwas bewegen?

Genau. Die Messe ist die Show – und im Hintergrund geht es darum, auch langfristig etwas zu bewegen. Im Austausch über das Jahr wollen wir gemeinsam mit unseren Talkgästen die Dinge gemeinsam weiter anschieben. Das ist ein klarer Fokus.

3. Wie treibst Du oder wie treibt Ihr diesen Fokus jetzt nach der Messe und bis zur nächsten in 2017 weiter voran?

Wir verfolgen die Themen weiter. Nachhaltigkeit in der Gastronomie ist sehr wichtig, die Förderung von Startups, regionale Wertschöpfungsketten vom Acker auf den Tisch und darüber hinaus. Wir arbeiten gemeinsam mit Politik, Verbänden, der IHK und Organisationen an all diesen Themen. Berlin droht gerade die Klimaschutzziele zu verfehlen – da gibt es viele Aufgaben, auch und vor allem im Lebensmittel- und Gastorbereich. Wir möchten Verantwortliche an einen Tisch bringen.

4. Apropos am Tisch: Es heißt, dass auch Köche eine Art Bildungsauftrag haben, weil sie das allgemeine Essverhalten stark mitbestimmen. Ist das so?

Absolut, weil kulinarische Trends in der Gastronomie geprägt werden. Deshalb hat die Next Organic auch einen ganz großen Gastrofokus. Auch Getränkemarken wie Lemonaid und Viva con Agua profitieren erst von der Gastronomie und gehen dann in den Handel. Wir sind eigentlich weniger eine Messe, als eine Plattform für Start-ups – für die nächsten Lemonaids. (grinst)

5. Ist schon abzusehen, wie die Next Organic 2017 aussehen wird?

Wir werden die Schwerpunkte die wir jetzt gesehen haben auf jeden Fall noch mal neu platzieren. Vor allem auch in den Diskussionen, die dieses Jahr sehr hochkarätig besucht waren – auch im Publikum. Wir wollen mehr, als Verbraucherthemen setzen. Wir wollen Strukturthemen angehen. Und das auch noch größer aufziehen.

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FOTOS: Marcus Werner

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