Tschüss bis nie, olle Plastiktüte! Du bist vielleicht kurz schön, wenn du so vergessen im Wind herumwehst, so friedlich und faszinierend, wie in einem alten Film. Blöd nur, dass im wahren Leben nichts was du bist für Frieden sorgt oder für Schönheit. Im Gegenteil! Dass Wegwerfgegenstände aus Plastik überhaupt immer weiter legal produziert werden dürfen, ist eigentlich unglaublich. Denn das Material zersetzt sich nicht – und ist damit eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit.

Erst neulich sind wir wieder über den einen Fakt gestolpert, der diesbezüglich alles sagt: Every Piece of Plastic Ever Made Still Exists Today. Wer kurz darüber nachdenkt bekommt Gänsehaut – und entdeckt im Zweifel ganz plötzlich eine ungeahnte Jute-Zuneigung. Hoffentlich!

Für alle anderen gibt’s seit diesem Monat zumindest eine neue Hemmschwelle an der Shopping-Kasse: die freiwillige Kostenpflicht für Plastiktüten. Gut, die Bezeichnung klingt ein bisschen wie ein Widerspruch in sich. Wir freuen uns aber schon mal darüber, dass ein Großteil der Einzelhändler (immerhin 60 Prozent) freiwillig mitmacht. Und wir hoffen mehr oder weniger geduldig weiter, dass die olle Tüte im next Step dann ganz aus dem Handel verschwindet.

Kurz zur Verdeutlichung: Laut der Deutschen Umwelthilfe DHU werden allein in Deutschland 11.700 Einwegplastiktüten pro – Achtung – Minute gebraucht. Und gebraucht heißt in diesem Fall verbraucht. Die wenigsten davon werden wiederverwertet. Jeder Deutsche schmeißt pro Jahr im Durchschnittlich 76 Tüten weg. So wandern hierzulande jährlich etwa sechs Milliarden Plastiktüten in den Müll. Wie viele Fußballfelder man damit auslegen könnte? Es sind Hunderttausende! Oder schlicht gesagt: So kann es nicht weiter gehen!

Erkannt haben das bisher zum Beispiel die Hamburger Drogerie-Kette Budnikowsky und der Massen-Klamottenladen Kik. Dort werden weder kostenlose noch kostenpflichtige – sondern einfach überhaupt keine Plastiktüten mehr angeboten. Der Effekt: Jeder Kunde kommt mit Korb oder Stofftasche. Die gibt es schließlich auch. Und die halten. Und funktionieren. Und beide sehen, mal ganz ehrlich, viel schöner als jede Plastiktüte aus.

Header: Daniel Zimmel under CC

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