WARUM DER BIO-BURGER BEI MC DONALDS DURCHAUS EINEN ZWECK ERFÜLLT HAT

Die Werbewelle war riesig, die Laufzeit kurz. Nicht mal ein halbes Jahr hat es gedauert, bis Mc Donald’s seine einst heiß angekündigten und noch heißer diskutierten Bio-Burger McB. und Long McB. auch schon wieder aus dem Programm genommen hat. Ein jähes Ende. Noch schneller vorbei war’s eigentlich nur mit dem allgemeine Interesse an der ökologischen Produktpalette der Fastfoodkette. Das war nämlich nach dem ersten Burger-Bashing („Außer dem Fleisch ist daran ja gar nichts Bio“) ziemlich schnell vorbei. Dabei lässt sich aus dem ganzen Mc Marketing-Coup durchaus ein Fazit ziehen. Und das geht in eine gute Richtung: Bio wird zunehmend massentauglich.

Denn auch wenn es von Seiten Mc Donalds auf VIERTEL \ VOR-Anfrage heißt, dass Bio dort noch kein Produkt für alle Gäste, sondern derzeit in erster Linie eine Nische sei, hat der Laden mit seinen Halb-Bio-Burgern doch weit mehr als nur Werbung fürs eigene Geschäft gemacht: Werbung für den biologischen Gedanken. Und das für eine besonders breite Öffentlichkeit, sprich auch unter Menschen, die sich sonst wahrscheinlich (noch) nicht mit natürlichen Inhaltsstoffen auseinander gesetzt hätten. Das allein kann man, bei aller Kritik an Mc Donalds, ruhig mal ein bisschen gut finden.

Dass es beide Burger jetzt nicht mehr gibt, ist natürlich irgendwie doof. Zumal McB. und Long McB. – Nischenprodukt hin oder her – offenbar auch keine Ladenhüter waren: „Von unseren Gästen haben wir dafür positives Feedback erhalten“, heißt es von Mc Donalds. „Beide Burger haben über den Aktionszeitraum hinweg stabile Verkaufszahlen ausgewiesen.“ Dass man die beiden Burger trotzdem wieder aus dem Programm ausgewiesen hat, könnte nicht zuletzt auch damit zu tun haben, dass sich regional kaum so viel Bio-Fleisch produzieren und ran karren lässt, wie in der Burger-Bude täglich, gelinde gesagt, gegessen wird.

Unsere Haltung gegenüber Fastfood-Konzernen im Allgemeinen und Massen-Produktion im Speziellen brauchen wir an dieser Stelle hoffentlich nicht umfassend zu erläutern. Trotzdem und im Wissen, dass die Aktion keinen echten Nachhaltigkeitswert besitzt, vermerken wir abschließend Folgendes: Bio-Fleisch ist besser als kein Bio-Fleisch. Und die Diskussion darüber ist besser, als ein ewiges Weiterfressen – ohne jemals darüber nachzudenken, wie und aus was genau so ein Mc Whatever eigentlich entsteht.

Foto: McDonalds

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